Kooperation mit dem österreichischen Bundesheer

Die Medizinische Universität Graz hat als eine der drei Medizinischen Universitäten in Österreich im Rahmen ihrer Strategieüberlegung und Profilgebung die Absicht, eine Kooperation mit dem österreichischen Bundesheer im Sinne von Forschung, Lehre, Ausbildung und Krankenbetreuung zu betreiben.

Der Hintergrund ist die Bildung eines Kompetenzzentrums für Traumaforschung. Angedacht ist ein medizinisches Zentrum, das Schwerverletzten und polytraumatisierte Patientinnen eine Behandlung nach letztem Wissensstand ermöglicht. Die Kompetenz der Univ.-Klinik für Chirurgie der MedUni Graz kann dabei auf zahlreiche Kongresse, Symposien und jährlich durchgeführte Traumakurse in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, Frankreich und England verweisen.

Die Ausbildung des Bundesheeres im LKH-Univ.-Klinikum Graz und an der Med Uni Graz bietet die Möglichkeiten, Spezial-, Additiv- und Sonderfächer ebenso wie in den Hauptfächern, Spezialisierungen zu erlangen und darüber hinaus im Training on the Job fachliche Kompetenz nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu erhalten.

Die einzigartige Lage in Graz im Süd- Osteuropäischen Raum einerseits, die derzeit erfolgende Erweiterung des europäischen Raumes nach Süd-Osten und der geplante und notwendige großzügige Zusatzbau der Univ.-Klinik für Chirurgie andererseits, haben in der Diskussion des Rektorates, des Krankenhausträgers aber auch des Landes Steiermark die Idee eines derartigen Traumacenters und einer derartigen Kooperation nahezu zwingend gesehen. Die relativ hohe Zahl der Milizoffiziere in unserem Haus und in der ebenfalls in unserem Haus befindlichen Neurochirurgie unterstützen diese Überlegungen ebenso, wie die Tatsache eines Militärflughafens und die Möglichkeit eines Hubschraubertransportes zur Univ.-Klinik für Chirurgie mit eigenem Hubschrauberlandeplatz.

Der Vorschlag und das Angebot der Med Uni Graz sind gemeinsam mit dem österreichischen Bundesheer einerseits die Ausbildung der Sanitätsoffiziere (Ärzte) in zwei bis drei Stockwerken der neu zu bauenden Univ.-Klinik für Chirurgie ein derartiges Traumacenter zu errichten, welches neben nicht auszuschließenden Verletzten in Kriseneinsätzen wie am Balkan, in Zypern oder Golan Höhen, sowie im Sudan etc. auch zivile Opfer des Süd-Osteuropäischen Raumes versorgen könnte, und andererseits die Ausbildung der Bundesheerärzte auf dem letzten Wissensstand der Traumaforschung mit Rotation über Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Allgemeinchirurgie, Plastische Chirurgie, Unfallchirurgie, Urologie etc. zu bringen. Ebenso anzudenken ist, dass dieses Zentrum anderen NATO-Mitgliedern nach dem Beispiel von Rammstein die Versorgung Ihrer Kriegsopfer anbietet.

Die in der Bundesheerreform geforderte "Überwindung der improvisierten Bedarfsdeckung im Bereich des Sanitätsdienstes und die Erreichung einer Wettbewerbsfähigkeit mit den zivilen Strukturen" könnte eine Garantie für eine Medizin auf höchstem klinischen Niveau für die Ärzte des österreichischen Bundesheeres bedeuten. Andererseits eröffnet das breite Aufgabengebiet im Ausland mit humanitären Einsätzen und Kriegseinsätzen einen völlig neuen Aspekt für ein Klinisches Traumacenter an der Med Uni Graz.