Zusammenarbeit aus Tradition

1863 – 1912 – 2012: Am 13. Jänner 1863 wurde die Medizinische Fakultät an der Universität Graz gegründet und mit 11 Lehrkanzeln ausgestattet. Das Landeskrankenhaus Graz hat schon damals eng mit der Medizinischen Fakultät zusammengearbeitet. Am 20. Mai 1912 wurde das Landeskrankenhaus Graz am Standort von heute feierlich eröffnet und am nächsten Tag begann die Übersiedelung der einzelnen Kliniken und Abteilungen vom Paulustor zum heutigen Auenbruggerplatz. Am Klinikum wurden zusätzlich zur Patientenversorgung schon immer Medizinstudenten ausgebildet und medizinische Forschung betrieben. Aus diesem Grund wird auch das Doppeljubiläum gemeinsam gefeiert.

1863 wurde durch Kaiser Franz Joseph I. die Gründung der Medizinischen Fakultät und somit die Vollendung der Grazer Universität vollzogen. In elf Lehrkanzeln betrieb man bereits damals Patientenbetreuung, Forschung und Lehre. So haben die damaligen Fakultätsangehörigen entscheidend an der Betreuung von Patienten, an den medizinischen Erkenntnissen und Methoden sowie an der Lehre und Heranbildung des akademischen Nachwuchses mitgewirkt.
 
1912 erfolgte die Übersiedelung des bereits 1786 errichteten „Allgemeinen Krankenhauses“ von der Paulustorgasse an den heutigen Standort. Am 20. Mai wurde schließlich das LKH-Universitätsklinikum Graz feierlich mit einem Festgottesdienst eröffnet. Nach Inbetriebnahme des größten und modernsten Krankenhauses der Welt kamen Ärzte und Fachleute aus allen Erdteilen nach Graz, um dieses Jahrhundertbauwerk zu besichtigen.
 
2012 wird das Doppeljubiläum „100 Jahre LKH-Univ. Klinikum Graz und 150 Jahre Universitätsmedizin Graz“ gemeinsam gefeiert. Im Zusammenarbeitsvertrag entschieden sich das Klinikum und die Med Uni Graz zur engen Kooperation, um weitere Synergien herauszufiltern und zu nutzen. Daher blicken beide Institutionen gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft.
 
Besonders im letzten Jahrhundert hat sich die Gesellschaft rasant verändert – auch im Gesundheitswesen. Diese Tatsache zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des LKH-Univ. Klinikum Graz und zeigt sich in ständig notwendigen organisatorischen und baulichen Anpassungen. Dazu Betriebsdirektor Mag. Gebhard Falzberger: „Platzmangel und eine nicht mehr zeitgerechte Ausstattung machten den Neubau 1912 notwendig. Auch damals gab es einige Schwierigkeiten und Diskussionen vor und während des Baues. Aber bereits einige Jahre später wäre es für die Grazer sowie die steirische Bevölkerung ohne LKH-Univ. Klinikum nicht mehr vorstellbar gewesen. Jetzt – 100 Jahre später – stehen wir vor einer ähnlichen Situation. Für die Steirer und das Klinikum hat das Projekt LKH 2020 die gleiche Bedeutung.“
 
Landesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder unterstützt ein gemeinsames Vorgehen, denn nur dieses kann in Zukunft zum Erfolg führen: „Wie die Zusammenarbeit in der Vergangenheit ein Grundstein für den Erfolg von Klinikum und Universitätsmedizin war, werden die Herausforderungen der Zukunft in medizinischer, pflegerischer, organisatorischer und finanzieller Hinsicht noch viel mehr an Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit benötigen. Die Orientierung am Menschen im Spannungsfeld zwischen rasantem wissenschaftlich-medizinischen Fortschritt und Finanzierbarkeit qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung darf nicht verloren gehen!“
 
Auch der Vorstandsvorsitzende der KAGes, Dipl.-Ing. Dr. Werner Leodolter, ist stolz auf die gute Zusammenarbeit: „Das LKH-Universitätsklinikum Graz war und ist das Zentralkrankenhaus der KAGes und spielt damit eine entscheidende Rolle in der akuten Krankenversorgung aller Steirer mit besonderen Erkrankungen, die der Spezialversorgung bedürfen. Dies erfordert beste Kooperation in Krankenversorgung und Ausbildung mit den übrigen KAGes-Häusern in gegenseitigem Respekt und auf „gleicher Augenhöhe“. Die neuen Kommunikationstechnologien und Infrastrukturen eröffnen hier ganz neue Möglichkeiten, die von der KAGes konsequent im Interesse der Patienten genutzt werden. Die Zusammenarbeit wurde in den letzten Jahren – beispielhaft für die österreichischen Medizinuniversitätsstandorte – auf eine neue Basis gestellt.“
 
Rektor Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle zum gemeinsamen Weg: „Patientenorientierte Lehre und Forschung waren früher und sind auch heute nur durch enges Zusammenwirken zwischen Universität und Krankenanstaltenträger möglich. Der diesbezügliche Zusammenarbeitsvertrag in der Steiermark hat mittlerweile Vorbildcharakter für die anderen österreichischen Universitätsklinika. Der Erfolg des gemeinsamen Weges von Med Uni Graz und Steiermärkischer KAGes zeigt sich nicht zuletzt in den Forschungsleistungen, die sich seit 2004 mehr als verdreifacht haben. Die Finanzierungszusagen zur Errichtung des Med Campus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum und zum Programm LKH 2020 sind klare Signale zur Weiterentwicklung unseres Standorts.“
 
Nicht nur die Zusammenarbeit beider Institutionen führt in eine erfolgreiche Zukunft. Auch das Zusammenspiel von Medizin und Pflege ist unabdingbar. Dazu Pflegedirektorin DKKS Christa Tax, MSc: „Die Pflege im 21. Jahrhundert unterscheidet sich von der Pflege 1912, aber etwas Grundlegendes hat sich nicht geändert: Die Liebe zum Beruf, das Einfühlungsvermögen und das Verständnis für die Menschen. Die hoch qualifizierten und spezialisierten Pflegekräfte erfüllen durch laufende Aus-, Fort- und Weiterbildung die heute gültigen modernen Pflegestandards und entwickeln diese auch weiter. So wurde die Pflege in den letzten 100 Jahren zum gleichwertigen Partner der Medizin und stellt gemeinsam mit Ihnen rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung der Patienten sicher.“
 
Auch der Ärztliche Direktor Univ.-Prof. Dr. Gernot Brunner wirft einen Blick in die Zukunft: „Dieses Universitätsklinikum steht jedenfalls auf historischem Boden. Unsere heutige Aufgabe ist es, auf Basis dieser Wurzeln, das Universitätsklinikum in eine positive Zukunft von einerseits hochmoderner und andererseits patientenorientierter und menschlicher Medizin weiterzuentwickeln. Als universitäres Zentrum bieten wir in der Funktion als letztversorgendes Krankenhaus an 365 Tagen rund um die Uhr Sicherheit für die gesamte steirische Bevölkerung“. 

Am 12. Mai 2012 feiern das LKH-Univ. Klinikum Graz und die Med Uni Graz ihr gemeinsames Jubiläum mit einem Festgottesdienst und anschließendem Mitarbeiterfest, zu welchem auch die steirische Bevölkerung herzlich eingeladen ist. 

 
Mag. G. Falzberger (Betriebsdirektor LKH-Univ. Klinikum Graz), Univ.-Prof. Dr. G. Brunner (Ärztlicher Direktor LKH-Univ. Klinikum Graz), DKKS C. Tax MSc (Pflegedirektorin LKH-Univ. Klinikum Graz), Landesrätin Mag. K. Edlinger-Ploder, Univ.-Prof. Dr. J. Smolle (Rektor der Med Uni Graz), Dipl.-Ing. Dr. W. Leodolter (Vorstandsvorsitzender der KAGes). (v.l.n.r)
 
Bildnachweis: W. Stieber/LKH-Univ. Klinikum Graz