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Medizinische Universität Graz

Photoimmuntherapie & Biologika

Die Arbeitsgruppe Photodermatologie und Bioimmuntherapie bietet im klinischen Bereich alle dem aktuellen Stand der Medizin entsprechenden photo(chemo)therapeutischen Modalitäten an und hat durch Dosis-Wirkungsstudien in den letzten Jahren wesentlich zu deren klinischen Optimierung und Weiterentwicklung beigetragen. Therapiemodalitäten wie Psoralen+UVA (PUVA) Photochemotherapie, 311nm UVB, UVA-1 und extrakorporale Photopherese dienen der Behandlung von Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), Ekzemen, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Mastozytosen, Graft-versus-Host-Disease (GVHD) nach allogenen Knochenmarktransplantationen und T-Zell-Lymphomen der Haut sowie der Abhärtungstherapie ("Hardening") bei Photodermatosen, insbesondere der polymorphen Lichtdermatose ("Sonnenallergie").  
 
Die Wirkmechanismen der Photo(chemo)therapie sind bis heute nicht genau geklärt, sie scheinen aber vor allem auf immunmodulierenden und proapoptischen Effekten, welche zur programmierten Eliminierung abnormaler Zellen in der Haut führen, zu beruhen.  Insbesondere bestehen Beziehungen zu den Wirkmechanismen biotechnologisch hergestellter Biologika mit anti-entzündlichen Effekten, die der Behandlung der Psoriasis dienen.  Die Photo(chemo)therapie ist somit eine Art natürliche Bioimmuntherapie.  Klinische Studien aus Graz haben jüngst eindrucksvoll die synergistische Wirkung von Phototherapie und Biologika wie zum Beispiel dem "Immuninhibitor" Alefacept oder dem Tumornekrosefaktor-Rezeptor-Fusionsprotein Etanercept gezeigt und die Überlegenheit und Nachhaltigkeit bei Patienten mit Psoriasis bewiesen.
 
Einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeitsgruppe stellt Translational Research dar, wobei biomedizinische  Modelle und Zellkulturen zur Erforschung der molekularen Wirkmechanismen der Phototherapie zur Anwendung kommen.  Insbesondere studiert die Arbeitsgruppe dabei die Bedeutung von immunregulatorischen Zellen und sog. Th17-Zellen, aber auch von löslichen Faktoren wie z.B. Platelet-Activating Factor (PAF), Zytokinen und Neuropeptiden bei der Vermittlung von therapeutischen UV-Effekten. So konnte bereits gezeigt werden, dass die Photochemotherapie proinflammatorische Zytokine wie IL-23 hinunter reguliert und die Produktion immunsuppressiver Zytokine wie IL-10 steigert, was wesentlich für die therapeutische Wirkung zu sein scheint. Ziel ist es durch das bessere Verständnis der molekularen Mechanismen der Photochemotherapie die Entwicklung der Behandlung der Psoriasis und anderer Hauterkrankungen weiter voranzutreiben und neue Therapien mit erhöhter Effektivität und Nachhaltigkeit bei gleichzeitig verminderten Nebenwirkungsraten zu entwickeln.

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