Publikation: Querschnittsstudie zum Thema Nadelstichverletzungen bei MedizinstudentInnen

MedizinstudentInnen leben gefährlich

 
Dem Team um Univ.-Prof. Dr. Robert Krause, Klinische Abteilung für Pulmonologie der Med Uni Graz, gelang es, eine internationale Querschnittsstudie zum Thema Nadelstichverletzungen bei MedizinstudentInnen im International Journal of Hygiene and Environmental Health zu publizieren. 

Die Ergebnisse der Studie

 
MedizinstudentInnen können sich während ihres Studiums bei Verletzungen mit kontaminierten Nadeln mit potentiell lebensbedrohlichen Infektionserregern infizieren. Die Gefahr einer Ansteckung mit HIV oder Hepatitis-Viren wird sich nicht gänzlich vermeiden lassen – aber sie kann durch gezielte Maßnahmen auf ein Minimum reduziert werden.
 
Die Datenlage zu dieser Gefahrenquelle war bislang spärlich und die Situation in Österreich war sogar völlig unbekannt. Dr. Helmut Salzer von der Infektiologischen Arbeitsgruppe von Professor Robert Krause, Klinischen Abteilung für Pulmonologie der Med Uni Graz, konnte nun erstmals zeigen, dass MedizinstudentInnen in Österreich einer besonders hohen Gefahr von Nadelstichverletzungen ausgesetzt sind.
 
An 11 Universitäten in Österreich, Deutschland und England wurde eine internationale Querschnittsstudie zur Untersuchung von Nadelstichverletzungen bei MedizinstudentInnen durchgeführt. Dabei gaben 44% der befragten österreichischen Studierenden an, zumindest einmal eine Nadelstichverletzung während ihres Studiums erlitten zu haben. Zum Vergleich: in England waren nur 16% betroffen, was daran liegen könnte, dass Blutabnehmen in England meist nicht Studierendenaufgabe ist. Weiters gaben 40% der österreichischen MedizinstudentInnen an, gängige Sicherheitsbestimmungen nicht auszuführen. Rund 1/3 der Verletzungen werden erst gar nicht gemeldet. Die Studie von Dr. Salzer konnte jedoch auch zeigen, dass entsprechende Schulungen das Risiko einer Nadelstichverletzung und somit die Infektionsgefahr deutlich senken können, sowie die Melderate an den betriebsärztlichen Dienst erhöhen können.
 
Die Ergebnisse dieser Studie sollen zu einem besseren Verständnis von Nadelstichverletzungen und deren Ursachen bei MedizinstudentInnen beitragen und zu mehr Bewusstsein über die Möglichkeit der Postexpositionsprophylaxe (im Falle von HIV) durch eine rechtzeitige Meldung führen. 


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