Network: TUFH-Jahreskonferenz führt über 250 Gesundheitsexperten aus aller Welt nach Graz

“Integrating Public and Personal Health Care in a World on the Move” 

„The Network: Towards Unity for Health“ (TUFH) ist ein weltweites Netzwerk von Einzelpersonen, Gruppen, Institutionen und Organisationen, das sich der Verbesserung bzw. Erhaltung eines guten Gesundheitszustandes der Bevölkerung in seinem Einflussbereich verschrieben hat. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in die Ausbildung von Ärzten, medizinischem Personal und Helfern investiert und ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch angestrebt. Eine der Möglichkeiten dazu bietet sich auf den jährlichen Konferenzen des Netzwerks. Nach Uganda, Kolumbien und Nepal ist in diesem Jahr Österreich der Austragungsort des Jahrestreffens. Vom 17. -22. September erwartet die Teilnehmer in der steirischen Landeshauptstadt ein buntes Programm, in dessen Rahmen die Organisatoren den Gästen auch Einblicke in die heimische Gesundheitsversorgung gewähren. 

Gegründet wurde das Netzwerk TUFH, eine Nichtregierungsorganisation, die ihren Sitz in der belgischen Stadt Gent hat und offizieller Partner der WHO ist, vor 32 Jahren in Jamaica. Heuer findet die Jahreskonferenz zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum statt. Graz wurde nicht zuletzt wegen seiner Rolle als Tor zu den südosteuropäischen Staaten als Austragungsort gewählt. Die Veränderungen der Gesundheitssysteme in den ehemaligen Ostblockstaaten seit dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 werden auch einer der Schwerpunkte des Kongresses sein. Hauptthema des Treffens sind jedoch die Herausforderungen, die die stetig wachsenden Migrationsströme für die öffentliche und persönliche Gesundheitsversorgung darstellen. In ihrem Eröffnungsvortrag wird sich Dr. Carissa Etienne, stellvertretende Generaldirektorin der WHO, unter anderem auch mit der Frage beschäftigen, wie die medizinische Versorgung von Personen ohne legalen Aufenthaltsstatus, ohne Krankenversicherung und ohne ausreichende finanzielle Ressourcen gewährleistet werden kann. Ebenfalls diskutiert wird auf dem Kongress die Qualität der Ausbildung auf allen Ebenen des Gesundheitssystems. In diesem Zusammenhang wird Univ.-Prof. Dr. Gilbert Reibnegger, Vizerektor der Med Uni Graz, auch das heimische Curriculum für das Medizinstudium vorstellen. Darüber hinaus werden mehrere Hauptredner in ihren Referaten Themen behandeln, die speziell für Entwicklungsländer interessant sind.
 
Tagungsort ist das Hörsaalzentrum der Med Uni Graz, die gemeinsam mit der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin der lokale Organisator des Kongresses ist. Erwartet werden mehr als 250 Teilnehmer aus 40 Ländern. Angekündigt haben ihr Kommen nicht nur Besucher aus mehreren Staaten Afrikas, Südostasiens, Latein- und Mittelamerikas, sondern auch Vertreter aus den USA, Kanada, Australien und Europa. Neben Allgemeinmedizinern werden unter anderem Experten und Lehrende aus den Bereichen Pflege, Öffentliche Gesundheit und Sozialmedizin ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Zu den Besonderheiten der Network: TUFH-Jahreskonferenzen gehört seit jeher auch die starke Einbindung des medizinischen Nachwuchses. Die rund 80 angemeldeten Studierenden werden nicht nur ihre Arbeit in Form von Postern präsentieren, sondern auch die Gelegenheit haben, das studentische Leben in Graz kennenzulernen. Die Unterbringung in Gastfamilien ermöglicht auch denjenigen, die aus nicht so wohlhabenden Ländern stammen, die Teilnahme am Kongress.
 
Ergänzt wird das wissenschaftliche Programm der Jahreskonferenzen traditionell durch „Site visits“, in denen das Gastgeberland zeigt, wie die Medizin vor Ort funktioniert. So können etwa die ausländischen Gäste in diesem Jahr Arztpraxen in der Südweststeiermark und das LKH Stolzalpe besuchen, das Arbeitsmedizinische Zentrum in Eisenerz und das LKH Graz besichtigen, und die Organisation der Rettungskette bei Herznotfällen im Westen von Graz kennenlernen.
 
Zudem wurden im Anschluss an die Konferenz zwei Ausflüge in Nachbarländer organisiert: Bei einem Tagesausflug nach Slowenien besteht die Möglichkeit zu einem Treffen und einem Erfahrungsaustausch mit slowenischen Kollegen. Alternativ wird ein zweitägiger Trip nach Ungarn angeboten, bei dem Gesundheitseinrichtungen und Universitäten in Marburg, Pécs, Budapest und Wien besichtigt werden und die jeweiligen Berufskollegen über ihre Arbeit berichten. 

Weitere Informationen:

Dr. Ilse Hellemann-Geschwinder
Medizinische Universität Graz
Tel: +43 316 826117
 
Dr. Reinhild Hoefler
Steirische Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM)
Tel: +43 676 3064361
 
Konferenz-Website: www.the-networktufh.org/conference/


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