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Medizinische Universität Graz

Medizinische und gesellschaftliche Bedeutung

  • Das zentrale und periphere Nervensystem ist das wichtigste Organsystem des menschlichen Körpers.
  • Das Netzwerk des Gehirns mit seinen 100 Milliarden Nervenzellen beeinflusst alle Aspekte des Denkens, der Wahrnehmung und des Verhaltens.
  • Zusammen mit dem sensiblen und autonomen Nervensystem beeinflusst das Gehirn viele Körper- und Organfunktionen in einem entscheidenden Ausmaß.
  • Funktionsstörungen des Nervensystems sind weltweit für mehr Behinderungen verantwortlich als jede andere Gruppe von Krankheiten.
  • In Europa machen neurologische und psychiatrische Erkrankungen 35 % der Krankheitsbelastung aus, und eine konservative Schätzung der Kosten beträgt 400 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz stark steigend.
  • Etwa ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung ist von Erkrankungen des Nervensystems betroffen. Erkrankungen des psychiatrischen Formenkreises, Migräne, degenerative Erkrankungen des Gehirns und Schlaganfälle sind am häufigsten.
  • Die steigende Lebenserwartung der Gesellschaft rückt besonders alters-assoziierte neurologische Erkrankungen in das Zentrum des medizinischen, aber auch sozioökonomischen Interesses.
  • Die Global Burden of Disease Study, eine internationale Zusammenarbeit von WHO, Weltbank und der Harvard School of Public Health, zeigte erst kürzlich auf, dass der Einfluss neurologischer Erkrankungen auf unsere Gesundheitssysteme stark unterschätzt wird. Erkrankungen des Nervensystems sind zwar nur für 1.4 % aller Todesfälle, aber für 28 % aller gelebten Jahre mit Behinderung verantwortlich.
  • Signifikante technische Fortschritte erlauben uns heute, die Aktivität von Hirnregionen während kognitiver Prozesse zu studieren, die Verbindungen zwischen Hirnregionen aufzuspüren, einzelne Neurone in lebenden Präparaten zu untersuchen, sowie die Aktivität von Ionenkanälen und Rezeptoren für verschiedene Neurotransmitter zu studieren.
  • Molekulare Genetik und molekulare Zellbiologie haben das Verständnis der Pathogenese einer Reihe monogenetisch bedingter neuro-psychiatrischer Erkrankungen revolutioniert. Diese Kenntnisse dienen als Paradigma für die Aufklärung komplexer polygenetischer Erkrankungen des Nervensystems.
  • Mittel und Wege zu finden, um Erkrankungen des Nervensystems vorzubeugen, sie in ihrem Verlauf günstig zu beeinflussen, zu heilen, oder reparative Prozesse zu aktivieren, sind und bleiben Hauptziel der neurowissenschaftlichen Forschung.
  • Das biopsychosoziale Modell des Menschen, dem das Leitbild der Medizinischen Universität Graz verpflichtet ist, ist ohne Berücksichtigung des Nervensystems nicht vorstellbar.
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