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Leberforschungsnetzwerk an der MUG

Verfasser:

  • Univ. Prof. Dr. Michael Trauner

Unter Mitwirkung von:

  • o. Univ. Prof. Dr. Helmut Denk
  • Univ. Doz. Dr. Peter Fickert
  • a.o. Univ. Prof. Dr. Rudolf Stauber

1. Präambel

a. Kerninhalte

Übergeordnetes Ziel ist die Stärkung der Medizinischen Universität Graz (MUG) durch eine verbesserte nationale und internationale Positionierung des Fachgebietes der Hepatologie auf den Gebieten der hepatologischen Forschung, Lehre und Patientenversorgung.

Beruhend auf dem Gesamtkonzept der MUG (Forschung, Lehre und Krankenbetreuung auf qualitativ höchstem Niveau)wird Exzellenz auf dem Gebiet der Hepatologie im Sinne von hepatologischer Spitzenforschung, Spitzenausbildung, und klinischer Spitzenversorgung angestrebt.

Die interdisziplinäre Erforschung klinisch relevanter Krankheitsmechanismen mit Entwicklung neuer diagnostischer Marker und innovativer Therapiekonzepte für Lebererkrankungen, sowie die Umsetzung dieser neuesten Erkenntnisse im Sinne einer Optimierung der interdisziplinären/multidisziplinären hepatologischen Patientenversorgung stellen ein zentrales Anliegen dar.

Diese Ziele können nur durch eine Schwerpunktbildung in wissenschaftlicher (Grundlagenforschung, klinische Forschung) und klinischer Hinsicht (Patientenversorgung) erreicht werden.

Durch die Koordination und Kooperation zwischen Grundlagenforschung, klinischer Forschung und klinischer Anwendung (Translational Research) auf dem Gebiet der Hepatologie wird durch eine effizientere Nutzung der bestehenden Ressourcen eine Stärkung des Fachgebiets angestrebt. 

Das Streben nach Exzellenz ist im Kontext mit einem ganzheitlichen Ansatz der Medizin als Grundgedanke der Forschung, der Lehre sowie der Krankenbetreuung zu sehen (Bio-Psycho-Soziales-Modell).

Die Errichtung eines Leberforschungsnetzwerks/Leberforschungszentrums trägt auch zur Sichtbarmachung der Stärken und damit zum Imageaufbau auf dem Gebiet der Hepatologie an der MUG auf nationaler und internationaler Ebene bei.

b. Stellenwert der Hepatologie und deren zukünftige Entwicklung

Lebererkrankungen und ihre Folgeerscheinungen stellen ein wichtiges Gesundheitsproblem in Österreich und insbesondere in der Steiermark dar. Aufgrund der zentralen Stellung der Leber im Stoffwechsel, ist dieses Organ auch bei Stoffwechselerkrankungen (z.B. metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus) maßgeblich betroffen. In Zukunft ist mit einer weiteren Zunahme von Lebererkrankungen, insbesondere metabolischer und neoplastischer Lebererkrankungen zu rechnen.

Die Erforschung der Pathogenese, Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen sowie die klinische Abklärung und Betreuung von Patienten mit Lebererkrankungen stellt einen wichtigen Schwerpunkt mehrerer zentraler Institute und klinischer Abteilungen der MUG dar.

Aufgrund der zentralen metabolischen Rolle der Leber besteht auf dem Gebiet der Hepatologie eine enge Vernetzung von Grundlagenfächern und klinischen Fächern. Es ist daher absehbar, dass das Gebiet der Hepatologie an der vordersten Front bei der Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung im Sinne einer modernen molekularen Medizin stehen wird (z.B. Diagnostik, Biologicals, Gentherapie, Stammzelltherapie).

Da Lebererkrankungen in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden und bereits international renommierte Arbeitsgruppen auf dem Gebiet der Hepatologie in Graz existieren, ist eine weitere Stärkung des Gebietes der Hepatologie an der MUG durch die Gründung eines Leberforschungsnetzwerkes (Exzellenzzentrums) aus gesundheitspolitischer und forschungsstrategischer Sicht anzustreben und erfolgversprechend.

Ein multidisziplinäres Leberforschungsnetzwerk fördert durch den starken interdisziplinären Charakter der Hepatologie wichtige Synergien, und hat positive Impulse auf verwandte und benachbarte Fachgebiete

Aufgrund der zentralen Stellung der Leber im Arzneistoffwechsel, spielt die Hepatologie bei der Entwicklung und Testung von neuen medikamentösen Therapieansätzen eine wichtige Rolle (Arzneimittelsicherheit). Eine Stärkung der Hepatologie an der MUG wird die Steiermark somit zu einem noch attraktiveren Standort für die pharmazeutische Forschung machen. Dies sollte auch zur verstärkten Ansiedlung von Biotech-Firmen und Pharmabetrieben führen.

c. Aufgaben des Leberforschungsnetzwerks

Ein zentrales Ziel des Netzwerkes/Zenrums ist die interdisziplinäre und multidisziplinäre Einbindung und Quervernetzung aller hepatologisch arbeitenden und interessierten Abteilungen/Arbeitsgruppen im Sinne eines virtuellen Zusammenschlusses auf dem Gebiet der Forschung, Lehre und Patientenversorgung (Grundlagenforschung, Forschung am Patienten, Exzellenz in der Patientenversorgung).

Ein Lebernetzwerk/-zentrum ist als sinnvolle Ergänzung und nicht als Ersatz für individuelle Initiativen zu sehen.

Im Rahmen des Netzwerks werden folgende Aktivitäten koordiniert:

  • Grundlagenforschung, Spezialforschungsbereiche
  • Klinische Forschung, Studien, Kooperationen mit Firmen und Industrie (stärkeres Auftreten als gemeinsame Forschungsinitiativen)
  • Lehre (Postgraduiertenausbildung, Ph.D. Programm)
  • Patientenversorgung (Fokussierung auf Problemfälle, die das Maß der klinischen Routine überschreiten; besonderes Augenmerk soll auf wissenschaftlich interessante Krankheitsbilder gelegt werden, die eines multidisziplinären Managements bedürfen; virtuelle Vernetzung der bestehenden Einrichtungen zu einem hepatologischen Tertiärzentrum)

Bündelung von Expertisen, Schaffung einer kritischen Masse zur Erhöhung der lokalen, nationalen und vor allem internationalen Durchschlagskraft

Förderung von inhaltlichen, organisatorischen und methodischen Synergien zum rascheren und effizienteren Erreichen der Arbeitsziele

Koordination der gemeinsamen Schwerpunktbildung zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Gebiet der hepatologischen Forschung (inkl. Drittmittelakquisition) und klinischen Versorgung

Aktive Einbindung von Nachbarfächern, Erleichterung eines (Quer-)Einstieges in die hepatologische Forschung für Nachbarfächer, Schaffung neuer Interaktionen

Gemeinsame Nutzung von Ressourcen (Räumlichkeiten, Geräte, Personal, intellektuelle Ressourcen und Know-how), Synergieeffekte durch Wissenstransfer

Erleichterung und Hilfestellung in der Planung und Durchführung hepatologischer Forschungsprojekte durch Erfahrungsaustausch, gemeinsames Diskussionsforum und technische Hilfestellung

d. Inhaltliche Schwerpunkte
  • Cholestatische Lebererkrankungen
  • Fettlebererkrankung (metabolisches Syndrom, Alkohol)
  • Akut-auf-chronisches Leberversagen
  • Extrakorporale Leberersatzverfahren, Lebertransplantation
  • Virushepatitis
  • Hepatozelluläres Karzinom

2. Umsetzung

a. Partner (beteiligte Fächer und Institutionen)

Kernbereiche: Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie, Pathologie, Radiologie, Labormedizin, Molekularbiologie & Biochemie (siehe Diagramm)

Informationsgrafik des Lebernetzwerkes zu anderen Kliniken und Instituten

Teilnehmer und Kooperationsgebiete:

  • Medizinische Klinik: Gastroenterologie & Hepatologie, Endokrinologie & Stoffwechsel (Fettleber & metabolisches Syndrom), Intensivmedizin (Leberversagen), Nephrologie & Hämodialyse („Leberdialyse“), Hämatologie (Stammzelltherapie), Onkologie (hepatozelluläres und cholangiozelluläres Karzinom), Pulmologie (hepatopulmonales Syndrom, portopulmonaler Hypertonus)
  • Pathologie (alkoholische und nicht-alkoholische Fettleberhepatitis, medikamentöse Hepatopathien, Leberfibrose/Leberzirrhose)
  • Chirurgie: Allgemeinchirurgie, Transplantationschirurgie
  • Radiologie (Molecular Imaging, CT, MR, interventionelle Radiologie, Lokaltherapie des HCC)
  • Labormedizin (Leber & Lipidstoffwechsel)
  • Molekularbiologie & Biochemie (Leber & Lipidstoffwechsel)
  • Medizinische Biologie & Humangenetik (chromosomale Instabilität beim HCC)
  • Anästhesie und Intensivmedizin
  • Kinder- u. Jugendheilkunde
  • Kinderchirurgie
  • Pharmakologie
  • Physiologie (Leberersatzverfahren. Kinetik)
  • Hygiene (Virushepatitis)
  • Psychiatrie, Med. Psychologie (Suchtverhalten & metabolisches Syndrom)
  • Externe Partner: Karl-Franzens Universität Graz (Prof. Zechner), Technische Universität (Prof. Trajanoski, Prof. Glieder), Oridis Biomed
b. Umsetzung in der klinischen Forschung
  • Inhaltliche Koordination von lokalen, nationalen und internationalen klinischen Studien im Sinne der Schwerpunktbildung, insbesondere Studien mit interdisziplinärem Ansatz (z.B. metabolisches Syndrom, Leberversagen)
  • Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung (Pilotstudien; insbesondere Umsetzung eigener, an der MUG erzielten Erkenntnisse)
  • Initiation und Teilnahme an hochwertigen, internationalen klinischen Studien mit innovativem Therapieansatz
  • Expertise im Sinne der Arzneimittelsicherheit auch für nicht-hepatologische Therapieansätze
c. Umsetzung in der Grundlagenforschung
  • Koordination und Einbindung der hepatologischen Grundlagenforschung an der MUG im Rahmen lokaler (TUG, KFU), nationaler (FWF, GenAU) und internationale (EU, NIH) Forschungsprojekte
  • Organisation eines Spezialforschungsbereiches (SFB) „Leber und Metabolisches Syndrom“ an der MUG (in Kooperation mit KFU, TUG), ev. aufbauend auf einem Doktoratskolleg
  • Koordination eines „Incoming and Outgoing Scientist“ Programmes auf dem Gebiet der Hepatologie
d. Umsetzung in der Postgraduierten-Lehre
  • Mitgestaltung eines Ph.D. Programmes an der MUG (Hepatologie als repräsentatives Anwendungsgebiet für Translational Research und molekulare Medizin)
  • Organisation einer interdisziplinären Assistentenausbildung und ärztlichen Weiterbildung auf dem Gebiet der Hepatologie (inkl. Vortragsreihen in peripheren Krankenhäusern)
  • Organisation einer interdisziplinären Seminarreihe zu hepatologischen Themen für Studierende, DissertantInnen, Postdocs etc. mit nationalen und internationalen Gastrednern („external enrichment program“)
  • Etablierung einer „Grazer Leber Woche (Graz Liver Week)“ als Fortbildungs- und Public Relations- Instrument mit starker nationaler und internationaler Anziehungskraft
e. Umsetzung in der Patientenversorgung
  • Koordination der interdisziplinären hepatologischen Patientenversorgung auf Konsiliarbasis für Problemfälle die einer interdisziplinären/multidisziplinären Betreuung bedürfen und/oder aus wissenschaftlicher Sicht besonderes interessant sind
  • Interdisziplinäre hepatologische Visiten von Problemfällen und „interessanten“ Fällen als Instrument der Qualitätssicherung, Lehre und Weiterbildung
  • Interdisziplinäre Besprechungen und Fallkonferenzen
  • Einführung von State-of-the-Art qualitätssichernden Maßnahmen in der Patientenversorgung wie der Erstellung von Leit- und Richtlinien (SOPs)
  • Schnittstellenmanagement zur Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und Instituten,  z.B. klinische Fächer – diagnostische Fächer, Interne – Chirurgie, MUG/LKH Universitätsklinikum Graz – Peripherie (Kooperation mit den externen Häusern, inkl. Telefon-/e-mail-Konsilien als Erstkontakt für Problemfälle) etc.
  • Öffentlichkeitsarbeit mit professioneller Medienpolitik und regelmäßiger Information von Zuweisern und Patienten durch Vortragsreihen (z.B. „Patiententage“) und Informationsaussendungen
 

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