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Medizinische Universität Graz

Gratulation: Janssen Award

Amin El-Heliebi gewann für seine Forschungsarbeit über Prostatakrebs den Janssen Special Award.

Prostatakrebs – die Suche nach der optimalen Therapie


Univ.-Ass. DI Amin El-Heliebi, PhD vom Institut fürZellbiologie, Histologie und Embryologie der Med Uni Graz gewann für seine Forschungsarbeit  „Früherkennung von Therapieresistenzen bei Prostatakrebs“ den Janssen Special Award.  

Zum 5. Mal wurde dieser Preis vergeben, mit dem Forschungsprojekte mit besonderer Relevanz für die Gesundheit in der Zukunft, ausgezeichnet werden. Der Janssen Special Award ist mit Euro 4.000,-- dotiert und wird von Janssen Österreich bereitgestellt.

Jede Krebsbehandlung stellt eine hohe Belastung für den Organismus dar und zeigt oft massive Nebenwirkungen und verursacht hohe Kosten im Gesundheitssystem. Umso wichtiger ist es daher, schon im Voraus abschätzen zu können, ob mit einer Therapie eine Wirkung erzielt werden kann oder nicht. El-Heliebi hat eine neue Detektionsmethode entwickelt, mit der er nach geeigneten Biomarkern sucht, die eine verlässliche Vorhersage ermöglichen sollen.

Prostatakrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Männern

Prostatakrebs ist mit 4.500 Erkrankten und mehr als 1.100 Toten jährlich, die häufigste Krebserkrankung bei österreichischen Männern. Das Forschungsteam hat mit seiner neuen Detektionsmethode ein Instrument entwickelt, bei dem, mit Hilfe eines Drahtes, der direkt in die Armvene eingeführt wird, therapierelevante Biomarker isoliert werden. Diese Methode soll dabei helfen, eine optimale Behandlungsstrategie zu finden.

Biomarker gibt Auskunft über Therapieresistenz

Prostatakrebs steht in Verbindung mit dem Androgenrezeptor. Eine Fehlregulierung dieses Androgenrezeptors ist an der Entstehung von Krebs beteiligt. Antihormontherapien können diese Fehlregulierung beheben, allerdings entwickeln viele PatientInnen eine Therapieresistenz und die Krankheit schreitet wieder voran. Ein neu entdeckter Biomarker kann Auskunft darüber geben, ob eine Resistenz auftritt und eine Änderung der Standard-Therapie notwendig wird.

Kontinuierliche Verlaufskontrolle ermöglicht personalisierte Therapie

Die große Schwierigkeit liegt darin, dass für die Detektion kontinuierlich Nadelbiopsien durchgeführt werden müssten. Diese sind allerdings sehr invasiv und daher nicht zumutbar. Diese neue Methode basiert darauf, diese invasiven Nadelbiopsien zu umgehen. Dazu isolieren die ForscherInnen Biomarker direkt aus dem Blut von PatientInnen und suchen nach Resistenz verursachenden Veränderungen. Dafür haben sie eigens eine Methode entwickelt, die auf kurzen DNA- Fragmenten basiert (Patent-PCT/EP2016/077068). Der klare Vorteil dieser Methode ist die Möglichkeit einer kontinuierlichen Verlaufskontrolle während der Therapie. Diese sind ähnlich einer simplen Blutabnahme. Dadurch kann frühzeitig auf aufkommende Resistenzen reagiert werden und eine personalisierte Therapie ist möglich.

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