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Medizinische Universität Graz

Mikrophon auf Mischpult liegend

Stimmtage: Future Zone

Future Zone 2035: Die Stimme der Zukunft - Grazer Stimmtage stehen heuer im Zeichen zukünftiger Behandlungskonzepte

Future Zone 2035: Die Stimme der Zukunft


Die Stimme ist unser zentrales Ausdrucksmittel und daher eine wichtige persönliche Visitenkarte. Eine gesunde, kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme gilt es gesund zu erhalten und Stimmstörungen erfahren zukünftig völlig neue Behandlungsoptionen. Unsere Stimme kann in naher Zukunft aber auch als Anzeiger von Krankheiten dienen und beispielsweise schon im Säuglingsalter auf bestimmte Entwicklungsstörungen und Krankheitsbilder hindeuten. All dies thematisieren die Grazer Stimmtage – veranstaltet von der Klinischen Abteilung für Phoniatrie der Medizinischen Universität Graz – ab morgen und versammeln internationale Expertinnen und Experten zum gemeinsamen Wissensaustausch in Graz.

Grazer Stimmtage: Forschung made in Graz

Die umfassende Digitalisierung vieler Lebensbereiche wird unweigerlich Auswirkungen auf zukünftige Behandlungskonzepte haben. Sensoren, aber auch handelsübliche Smartphones machen es heute schon möglich permanent große Mengen an medizinischen Daten zu sammeln. Werden Diagnosen wie Kehlkopfkrebs, beginnender Morbus Parkinson oder Depression bald vom Smartphone an der Stimme erkannt und über die Cloud an entsprechende Zentren weitergeleitet? Können aus frühkindlicher Spontanmotorik und Vokalisationen bestimmte Entwicklungsstörungen wie Autismus bald früher erkannt werden? Modernste Mikroelektronik kann schon heute wichtige Körperfunktionen ergänzen oder sogar ersetzen. Werden in Zukunft Schrittmacher am Kehlkopf für eine kräftige Stimme im Alter sorgen? Wie sollen wir mit diesen Herausforderungen umgehen? Was kann umgesetzt und finanziert werden? Werden die gespeicherten Daten bald wertvoller als die medizinischen Geräte, die sie heute erheben und wem gehören diese Daten? Mit diesen und weiteren brennenden Fragen werden sich die ExpertInnen in Graz beschäftigen und gemeinsam erarbeiten, wie eine phoniatrisch-logopädische Therapie im Jahre 2035 aussehen könnte.


An der Medizinischen Universität Graz laufen in diesem Bereich mehrere Forschungsprojekte, wie beispielsweise die Entwicklung der GMApp zur Analyse frühkindlicher Bewegungen und Stimmmuster mittels neuer Technologien. Die GMApp wird in Kooperation mit dem Murdoch Children's Research Institute in Melbourne, Australien, entwickelt. Ziel ist es über ein Aufnahme-Feedback System Klinikerinnen und Klinikern Auskunft über das sich entwickelnde Nervensystem von Neugeborenen und jungen Säuglingen zu geben. Über die detaillierte Analyse frühkindlicher Bewegungen (General Movements) werden Säuglinge, die ein erhöhtes Risiko für eine neurologische Entwicklungsstörung haben, identifiziert und somit einer entsprechenden Frühintervention zugeführt. Die GMApp soll in weiterer Folge auch frühkindliche Vokalisationen/Lautäußerungen aufzeichnen, die in ein automatisiertes komplexes Screeningsystem eingebunden werden. Ein weiteres Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Therapie der Altersstimme mittels elektrischer Stimulation des Kehlkopfes. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Wissenschaft werden ebenfalls Thema der Grazer Stimmtage sein.


Grazer Stimmtage: Future Zone 2035 – Behandlungskonzepte der Zukunft

Zeit: Freitag, 24. und Samstag, 25. November 2017, Beginn jeweils um 09.00 Uhr
Ort: Haus der Medizin, Ärztekammer Steiermark, Kaiserfeldgasse 29, 8010 Graz


Weitere Informationen:
Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Markus Gugatschka
Klinische Abteilung für Phoniatrie
Hals-, Nasen-, Ohren-Universitätsklinik
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 82579
markus.gugatschka(at)medunigraz.at


Presse-Information

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