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Medizinische Universität Graz

Zigarette in Aschenbecher auf schwarzem Hintergrund

Gastronomie: Rauchstopp jetzt

Aktuelle Umfrage zeigt, dass sich Grazer Jugendliche für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie aussprechen

Jugendliche Raucher: Raucherlokale fördern Zigarettenkonsum


Auch wenn die Zahl der jugendlichen RaucherInnen in Österreich insgesamt rückläufig ist, befindet sich Österreichs Jugend dennoch am traurigen ersten Platz in der europäischen Raucherstatistik. Dr. Victoria Langeder zeigt im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Medizinischen Universität Graz auf, dass sich Jugendliche entgegen der Meinung vieler GastronomInnen und anderer Interessensgruppen bereits stark für die Umsetzung des absoluten Rauchverbotes in der Gastronomie aussprechen.

 

Raucherlokale: Ambiente verführt zum Griff zur Zigarette  

Viele Länder haben es in den letzten Jahren bereits vorgemacht: So wurde etwa in Dänemark, Italien, Frankreich, Irland und anderen Ländern bereits vor Jahren ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie umgesetzt. Durch die Novelle des Tabakgesetzes soll dieses Verbot ab dem Mai 2018 auch in Österreich umgesetzt werden. In ihrer Diplomarbeit an der Med Uni Graz untersuchte Dr. Langeder das Rauchverhalten von Jugendlichen in Grazer Jugendlokalen. Dabei wurden im Zeitraum März bis Dezember 2015 insgesamt 308 männliche und weibliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren in 12 Grazer Gastronomiebetrieben an Hand eines Fragebogens schriftlich zu Ihrem Rauchverhalten befragt. Von den befragten Jugendlichen rauchten 44,5%, wobei das Umfeld deutliche Einflüsse auf das individuelle Rauchverhalten zu haben scheint. „83,5% der Jugendlichen gaben an mehr zu rauchen, sobald sie sich in Gesellschaft anderer Raucher befinden. Beinahe 74% der Befragten stellten außerdem einen Zusammenhang zum Lokal her und gaben an, dass ein Raucherlokal dazu bewegt, mehr zu rauchen“, nennt Dr. Victoria Langeder einige wichtige Aussagen aus den durchgeführten Befragungen. Das Rauchverhalten der Freunde war für die Lokalauswahl entscheidender, als das eigene Rauchverhalten. „Immerhin 33% der nicht rauchenden Jugendlichen besuchten Raucherlokale als Gefälligkeit gegenüber rauchenden Freunden“, so Victoria Langeder. Knapp die Hälfte aller Befragten sprach sich für ein Lokal mit getrennten Raucher- und Nichtraucherbereichen aus, 30,2% wünschten sich reine Nichtraucherlokale. Nur 16,6% der Jugendlichen nannten ein reines Raucherlokal als Präferenz.


Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich die Grazer Jugendlichen bereits jetzt für die Umsetzung des generellen Rauchverbots in der Gastronomie aussprechen. Sowohl in Lokalen mit getrennten Raucher- und Nichtraucherbereichen, als auch in reinen Raucherlokalen befürworteten fast drei Viertel der Befragten ein Rauchverbot. Knapp 70% würden das Lokal auch dann besuchen, wenn dort ein Rauchverbot besteht. Die Betreuerin der Diplomarbeit, Univ.-Prof.in Dr.in Freyja-Maria Smolle-Jüttner, Klinische Abteilung für Thorax- und hyperbare Chirurgie der Med Uni Graz, betont einen weiteren Aspekt: Mehr als die Hälfte der rauchenden Jugendlichen würde durch das künftige Rauchverbot in Lokalen etwas an ihrem Verhalten ändern. Rund 18% gaben an mit dem Rauchen aufzuhören und knapp die Hälfte der Befragten wollen den Nikotinkonsum jedenfalls reduzieren“. Es spricht somit viel dafür, das Gesetz bereits vor Mai 2018 geltend zu machen, denn jede Zigarette weniger ist ein Plus für die Gesundheit.


Weitere Informationen:
Univ.-Prof.in Dr.in Freyja-Maria Smolle-Jüttner
Klinische Abteilung für Thorax- und hyperbare Chirurgie
Universitätsklinik für Chirurgie
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 81195
freyja.smolle(at)medunigraz.at

Presse-Information



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