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Medizinische Universität Graz

Enzymersatztherapie als Sonnenschutz

Eine klinisch-experimentelle Aufgabe im Bereich der translationalen Forschung, der sich die Arbeitsgruppe u.a. stellt, ist die Entwicklung innovativer Strategien der Photoprotektion. So gelang es durch die über Jahre konsequente Forschungstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur praktisch-klinischen Umsetzung des Sonnenschutzkonzeptes mit sogenannten DNA-Repairosomen zu liefern. Dabei handelt es sich um in Liposomen verpackte DNA-Reparaturenzyme, die durch moderne gentechnische Methoden, basierend auf den Schutzmechanismen UV-resistenter Mikroben, hergestellt werden. Diese Stoffe reparieren nach topischer Verabreichung in speziell formulierten Cremen Sonnenschäden an der menschlichen Erbsubstanz, der DNA, und sollen so vor Immunsuppression und Langzeitschäden einschließlich Hautkrebs und Hautalterung schützen. In einer internationalen Studie mit führender Grazer Beteiligung reduzierte die regelmäßige Anwendung dieser DNA–Repairosome die Hautkrebshäufigkeit bei Patienten mit Xeroderma pigmentosum, einem genetisch-bedingten Hautkrebssyndrom, um bis zu 70%.

Die Arbeitsgruppe konnte erstmalig beweisen, dass diese DNA-Reparatur-Strategie mit einer speziell formulierten After-Sun-Lotion vorbeugend bei PLD, der häufigsten Form einer Sonnenallergie, wirksam ist. Die polymorphe Lichtdermatose tritt bei bis zu zwanzig Prozent der Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Die Erkrankung ist durch stark juckende Hautveränderungen nach Sonneneinwirkung im Bereich exponierter Körperstellen charakterisiert. Nicht selten führt die Erkrankung zu erheblicher Einschränkung der Lebensqualität, weswegen nach neuen Behandlungsstrategien geforscht wird, nicht zuletzt auch deswegen, weil konventioneller Lichtschutz nicht immer wirksam ist. Die Arbeitsgruppe untersucht u.a. translational die Rolle des Mikrobioms der Haut in der Entstehung der polymorphen Lichtdermatose und dessen Modifizierung als therapeutische Strategie.

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