CAMed

Über CAMed / Hintergrund

„Eine Hirnoperation, irgendwo in einem österreichischen Krankenhaus. Zu Beginn des Eingriffs scannt der Arzt das Loch in der Schädeldecke. Die Daten sendet er an einen Computer, der die dreidimensionale Form für die Füllung präzise berechnet. Die Maße überträgt der Rechner an einen 3D-Drucker im Nebenraum. Der fertigt, noch während der Operation, ein passgenaues Implantat aus Hochleistungskunststoffen an. Schön porös, damit es rasch mit dem Knochen verwächst. Diese Szene ist fiktiv – noch.“ (Die Welt, 2013)

Diese Zeilen klingen nach Zukunftsmusik, jedoch werden im Rahmen des COMET K-Projekts CAMed bereits einige Schritte in die richtige Richtung getätigt.

Das Projekt verbindet in einer eng vernetzten Kooperation sowohl Kliniker, Medizinische Wissenschaftler und Maschinenbauer als auch Industriepartner miteinander, die es sich zum Ziel gesetzt haben, additive Fertigungsprozesse zu entwickeln, die es ermöglichen, patientenspezifische Implantate für unterschiedliche medizinische Anwendungen direkt in der Klinik herzustellen.

Sowohl Mediziner als auch ihre Patienten werden zukünftig von den enormen Vorteilen des klinischen 3D-Drucks profitieren.

Das mit einem Gesamtprojektvolumen von 5,87 Mio. € dotierte und durch die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie das Land Steiermark (SFG) geförderte COMET K-Projekt CAMed (Clinical Additive Manufacturing for Medical Applications) hat es sich zum ehrgeizigen Ziel gemacht, den bereits in unterschiedlichen Branchen gut und gerne angewandten 3D-Druck auch für den weitaus sensibleren Bereich der Humanmedizin zugänglich zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich 5 wissenschaftliche und 13 Unternehmenspartner aus dem In- und Ausland zusammengeschlossen, um die Entwicklung der Prozesskette für den 3D-Druck an der Klinik mit ihren diversen Expertisen zu unterstützen und so in Zukunft die Patientenbetreuung und –behandlung zu optimieren und auf das nächste Level zu heben.

In 2 Areas mit insgesamt 6 Einzelprojekten liegt der Fokus von CAMed auf speziellen Anwendungen aus unterschiedlichen medizinischen Bereichen, um verschiedene Methoden des 3D-Drucks sowie diverse bereits vorhandene und neu entwickelte Materialien auszutesten.

Langfristiges Ziel des COMET K-Projekts CAMed ist es, an der Medizinischen Universität Graz ein Medizinisches 3D-Druck Zentrum zu etablieren, in welchem zentral patientenspezifische Implantate, Prothesen und Werkzeuge gefertigt werden können.

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