Diagnostik & Forschungszentrum für Molekulare BioMedizin

Hochrisikopathogene

Relevanz

Neben dem weltweit zunehmenden Auftreten von multiresistenten Erregern, ist durch Klimawandel und Zunahme der globalen Mobilität auch mit der zunehmenden Verbreitung von bereits bekannten Infektionserkrankungen und dem Auftreten von neuen Erregern (wie z.B. in jüngerer Vergangenheit Prionenerkrankungen, Influenza, SARS, MERS, Ebola, Zika etc.) zu rechnen. Der Umgang mit diesen Pathogenen benötigt häufig hohe biologische Sicherheitsstufen (BSL3 für Hochrisikopathogene). Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Hochrisikopathogenen erfordert spezielle Ausbildungen und Zugang zu geeigneter Infrastruktur (Hochsicherheitslabore). Es zeigte sich weiters, dass Hochrisikopathogen-Forschung nicht nur für den Wissensgewinn sondern auch für den Aufbau besonderer diagnostischer Kompetenz und für die öffentliche Sicherheit erforderlich ist.

Forschungsstrategie

Ein Schwerpunkt der derzeitigen Forschungsprojekte sind Arbeiten mit dem hochpathogenen bakteriellen Modellorganismus Burkholderia pseudomallei (Erreger der Melioidose). Unser Ziel ist einerseits die Identifizierung von Faktoren, die die Pathogenität des Erregers determinieren, andererseits analysieren wir in Infektionsmodellen die Wirt-Pathogen-Interaktion, um Immunabwehrkomponenten als mögliche neue therapeutische targets (host-directed therapy) oder Biomarker zu identifizieren. Ein weiterer Fokus ist die Entwicklung neuer Methoden für Arbeiten mit Hochrisikopathogenen bei Autopsien und Probengewinnung (z.B. optimierte Schutzausrüstung, Dekontaminationsverfahren) und die Entwicklung mobiler autonomer BSL3 Laboreinheiten sowohl für den Einsatz im Labor als auch im Feld.

Spezifische Stärken

Die Diagnostik und Forschungsinstitute für Pathologie und Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin haben eine für Österreich und Europa einzigartige BSL-3 Infrastruktur aufgebaut, die aus zwei hochwertigen Speziallaboren für Autopsien, molekulare Erregerdiagnostik und Forschung besteht. Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit der Industrie werden modernste Methoden und Verfahren entwickelt. Dadurch sind hochwertige Kapazitäten und Kompetenzen vorhanden, um Erkrankungen und Risiken der öffentlichen Sicherheit (Pandemien, Unfälle, Bioterrorismus, Kampfstoffe und Vergiftungen mit hochtoxischen Agenzien), die durch gefährliche Erreger und Toxine ausgelöst werden, früh zu diagnostizieren und mittels faktenbasierten Entscheidungen und Maßnahmen zu bekämpfen. Durch langjährige Beteiligung an internationalen Forschungsprogrammen zum Thema Hochrisikopathogene (ERINHA, das europäisches Forschungsinfrastrukturprogramm für BSL-4 Hochsicherheitslabore; B3Africa ein EU-Afrika Kooperationsprogramm) und die Ausrichtung internationaler Kongresse ist die internationale Relevanz und Sichtbarkeit des Forschungsschwerpunktes unterstrichen.

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