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Medical University of Graz

Labordetail

EU-Projekt: Hypo-RESOLVE

Eine evidenzbasierte Klassifikation der Hypoglykämie soll bessere Behandlungsoptionen für DiabetikerInnen ermöglichen.

EU-Projekt: Hypo-RESOLVE


Eine evidenzbasierte Klassifikation der Hypoglykämie zu entwickeln, um somit bessere Behandlungsoptionen für Menschen mit Diabetes zu ermöglichen, das ist das Ziel des EU-Projektes Hypo-RESOLVE. Das innovative Forschungsprojekt wird mit rund EUR 26,8 Millionen von der Innovative Medicines Initiative gefördert – der Grazer Anteil des Projektvolumens beträgt rund EUR 800.000,00. Das auf eine Dauer von vier Jahren ausgelegte Forschungsprojekt startete im Mai 2018.

 

Erforschung des Zusammenhangs von Diabetes und Hypoglykämie

Laut aktuellen Statistiken sind rund 60 Millionen Menschen in Europa an Diabetes erkrankt. Eine häufige und ernstzunehmende Komplikation im Rahmen der Erkrankung ist die Hypoglykämie. Darunter versteht man ein gefährliches Absinken des Blutzuckerspiegels, wie es plötzlich während einer Insulintherapie oder der Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten auftreten kann. Sowohl Diabetikerinnen und Diabetiker vom Typ-1 als auch Typ-2 können von der Hypoglykämie betroffen sein. Klassische Symptome sind je nach Dauer und Ausprägung des Zustandes beispielsweise Schweißausbrüche und eine Trübung des Bewusstseins bis hin zum Koma. Eine unbehandelte schwere und andauernde Hypoglykämie kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

 

Valide Daten zur Aufstellung von Prognosen

Zur Erforschung der Auswirkungen von Hypoglykämien auf Diabetes wurde das internationale Projekt Hypo-RESOLVE (Hypoglycaemia – REdefining SOLutiuons for better liVEs) ins Leben gerufen, mit dem Ziel valide Daten und Informationen zu Hypoglykämie für ForscherInnen und KlinikerInnen bereitzustellen. Dies soll durch folgende Schritte erreicht werden:


• Schaffung einer nachhaltigen klinischen Datenbank
• Durchführung von Studien, um ein besseres Verständnis der Hypoglykämie zugrundeliegenden Mechanismen zu erlangen
• Statistische Analysen zur Vorhersage des Eintritts und der Abschätzung von Folgen der Hypoglykämie
• Berechnung der finanziellen Kosten für europäische Länder
• Einheitliche Definition von Hypoglykämie und verbesserte Kommunikation mit Zulassungsbehörden


Im Rahmen des Projektes Hypo-RESOLVE wird eine evidenzbasierte Klassifikation von Hypoglykämie basierend auf klinisch validen Daten von 100 bis 150 kürzlich durchgeführten klinischen Studien aufgestellt. Mit dieser statistischen Aussagekraft wird man in der Lage sein, zuverlässige Angaben über die Glukosespiegel zu treffen, unterhalb derer die Hypoglykämie ein großes Risiko für Menschen mit Diabetes darstellt. Das Konsortium bringt weltweit führende WissenschafterInnen und Unternehmen aus dem Bereich Diabetes zusammen, um die Belastung durch Hypoglykämie zu verringern. Hypo-RESOLVE ebnet den Weg für weitere Forschungen zu glukosesenkenden Therapiemöglichkeiten zum Nutzen von Menschen mit Diabetes, KlinikerInnen, Gesundheitsunternehmen und Behörden.


Die Stimmen von Menschen, die mit Diabetes leben, werden durch die Einrichtung eines PatientInnenbeirats im Mittelpunkt von Hypo-RESOLVE stehen. Dieser stellt sicher, dass die Erfahrungen, Meinungen und Wünsche der PatientInnen in den verschiedenen Teilen des Projekts berücksichtigt werden.

 

Grazer Expertenteam mit internationalem Renommee in der wissenschaftlichen Erforschung von Diabetes mellitus

Die Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie der Med Uni Graz, beschäftigt sich im Rahmen des EU-Projektes Hypo-RESOLVE mit der Vorhersage und Auswirkung von Glucosesensor-ermittelten niedrigen Glukosewerten auf den Verlauf einer Hypoglykämie, insbesondere in Bezug auf klinische, patientenspezifische sowie gesundheitsökonomische Aspekte. Anhand der im Projekt erarbeiteten Kriterien soll eine einheitliche Leitlinie zum Umgang mit niedrigen Blutglukosewerten in klinischen Studien erarbeitet werden, welche als Basis für die Akzeptanz von niedrigen Glukosewerten, ermittelt mittels konventionellen Messgeräten bzw. mittels Sensor als Endpunkt, in klinischen Studien bei Zulassungs- bzw. Gesundheitsbehörden dient.


Als Teil des Hypo-RESOLVE Konsortiums wirkt die Med Uni Graz sowohl am 100. als auch am 1. durch die Innovative Medicines Initiative geförderten Projektes (INNODIA) mit.


Facts & Figures

Projektziel: Evidenzbasierte Klassifikation der Hypoglykämie
Projektstart: 01. Mai 2018
Projektdauer: 48 Monate
Projektbudget: EUR 26,8 Millionen
Projektpartner: 23 internationale Partner
Projektkoordination: Radboud University Medical Center, Niederlande
Projektleitung: Novo Nordisk, Dänemark

Weitere Informationen

Assoz.-Prof.in PDin Dr.in Julia Mader
Universitätsklinik für Innere Medizin
Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie
Medizinische Universität Graz
Tel: +43 316 385 80254
julia.mader(at)medunigraz.at
http://www.hypo-resolve.eu/

Presse-Information

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