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ÄrztInnen und Patient in der Ordination

Kongress: Netzwerke bilden

Nationale und internationale Expertinnen und Experten des Gesundheitssystems diskutieren die Zukunft der Primärversorgung.

Kongress: Netzwerke in der Primärversorgung


Primärversorgungseinheiten bilden in Zukunft umfassende erste Anlaufstellen für die medizinische Versorgung der Bevölkerung und sind daher von zentraler Bedeutung für das Gesundheitssystem. Bisher sind in Österreich sechs Zentren entstanden, jedoch wird in Zukunft – vor allem in ländlichen Regionen – auch die Bildung von Versorgungs-Netzwerken eine wesentliche Rolle spielen. In den nächsten beiden Tagen treffen sich Expertinnen und Experten aus ganz Österreich zum Thema „Netzwerke in der Primärversorgung“ an der Med Uni Graz, um hier aktuelle Fragen der Gesundheitspolitik zu diskutieren.

 

Multiprofessionelle Primärversorgung: Zukunft im Gesundheitssystem

Was vereint AllgemeinmedizinerInnen, Pflegekräfte, Expertinnen und Experten für Physiotherapie, SozialarbeiterInnen, Hebammen, Logopädinnen und Logopäden sowie Expertinnen und Experten aus Psychologie, Psychotherapie, Diätologie und Ergotherapie? Sie alle sind ein wichtiger Teil des Konzepts für eine optimierte Primärversorgung. Interdisziplinär und bestens vernetzt sollen Primärversorgungseinrichtungen die erste Anlaufstelle für alle medizinischen Fragen sein und so eine bestmögliche Gesundheitsversorgung gewährleisten. In diese Entwicklung ist das Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Medizinischen Universität Graz unter der Leitung von Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Siebenhofer-Kroitzsch gemeinsam mit dem Österreichischen Forum für Primärversorgung führend eingebunden. „Im Österreichischen Forum Primärversorgung hat sich eine höchstaktive Community versammelt, die dazu beiträgt EntscheidungsträgerInnen im Gesundheitssystem bestmöglich bei der Umsetzung von Primary Healthcare zu unterstützen“ erklärt der Bundessprecher des Forums Priv.-Doz. Dr. Stefan Korsatko von der Med Uni Graz.

 

Verbindliche Zusammenarbeit: Netzwerkbildung für die Gesundheit

Aber warum ist gerade die Netzwerkbildung in der interprofessionellen Primärversorgung so wichtig und welche Fragen werden am Kongress an der Med Uni Graz vorrangig behandelt? Hier gibt Stefan Korsatko Auskunft. „Die verbindliche interprofessionelle Zusammenarbeit im Team für und mit den Patientinnen und Patienten führt zu einer Verbesserung der Versorgung und der Gesundheit der Bevölkerung. Die Menschen profitieren von einer verbesserten Koordination im System aber vor allem von der direkten Betreuung durch viele verschiedene Berufe an einem Ort. In den sogenannten „Primärversorgungszentren“ findet man etwa verlängerte Öffnungszeiten und ein deutlich erweitertes Angebot. Man kann mit jedem gesundheitlichen Problem die Zentren aufsuchen und wenn die Hausärztin bzw. der Hausarzt im Zentrum einmal nicht da sind, dann sind deren Kolleginnen oder Kollegen vor Ort und haben Einsicht in die gesamte Gesundheitsakte. Aber auch die Versorgung von älteren oder chronisch Kranken ist durch das breite Team wesentlich umfassender. Die Patientinnen und Patienten sind dort gut aufgehoben. Man kann aber nicht in ganz Österreich Zentren errichten, da wir viele kleine ländlichen Strukturen haben. Trotzdem müssen wir auch in diesen Regionen ähnliche Angebote einrichten, was international am besten durch sogenannte Netzwerke funktioniert.“


In verbindlichen Netzwerken arbeiten die Gesundheitsberufe wie im Zentrum zusammen, befinden sich jedoch an unterschiedlichen Standorten. Was einfach klingt ist sehr komplex, deswegen hat die Med Uni Graz internationale und nationale Expertinnen und Experten eingeladen, um die Herausforderungen solcher Netzwerke zu diskutieren. Vor allem die Fragen der gemeinsamen Kommunikation, des Austausches von Patienteninformationen, des gegenseitigen Zugriffs auf Leistungen, der Rollen der verschiedenen Berufe und der Finanzierung müssen noch geklärt werden.


Österreichischer Primärversorgungskongress 2018
„Netzwerke in der Primärversorgung“


Zeit: Freitag, 20. und Samstag, 21. April 2018, Beginn jeweils um 09.00 Uhr
Ort:  Medizinische Universität Graz, MED CAMPUS Graz, Aula, Neue Stiftingtalstraße 6, 8010 Graz


Weitere Informationen:

Priv.-Doz. Dr. Stefan Korsatko, MBA
Institut für Allgemeinmedizin und Evidenzbasierte Versorgungsforschung
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 72835
stefan.korsatko(at)medunigraz.at
http://allgemeinmedizin.medunigraz.at/symposium-2018/


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