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Medical University of Graz

Aelterer Mann trinkt ein Glas Wasser

Premiere: Fortbildung Dysphagie

Am Freitag findet als Premiere eine interdisziplinäre Fortbildung statt, die sich dem Thema „Schluckbeschwerden“ widmet.

Große Aktualität in einer immer älter werdenden Gesellschaft


Schlucken ist ein fein abgestimmter und hochkomplexer Vorgang, bei dessen Ablauf Störungen auftreten können. Diese Schluckstörungen bedeuten nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität, sondern können auch schwere körperliche Folgen nach sich ziehen. Besonders gefürchtet ist die sog. Aspirationspneumonie, die eine Lungenentzündung als Folge von Nahrungsübertritt in die Luftröhre bezeichnet. Diese zählt zu den häufigsten Todesursachen in Altersheimen. An der Medizinischen Universität Graz nimmt man sich dieses Themas an, das vor allem in einer immer älter werdenden Gesellschaft hohe Aktualität hat. Am kommenden Freitag findet als Premiere eine interdisziplinäre Fortbildung statt, die sich dem Thema „Schluckbeschwerden“ widmet.

 

1. Dysphagiekurs an der Med Uni Graz

Jeder Mensch schluckt bis zu 2.000 Mal täglich. Während beim Essen und Trinken bewusst geschluckt wird, geschieht der Schluckvorgang deutlich häufiger jedoch unbewusst. „Ein reibungslos funktionierender Schluckvorgang ist für eine gute Lebensqualität extrem wichtig“, sagt Assoz.-Prof. PD Dr. Markus Gugatschka von der Klinischen Abteilung für Phoniatrie der Med Uni Graz. Die endoskopische Diagnostik hat sich bei PatientInnen mit Schluckstörungen (Dysphagie) als Standardmethode etabliert. Dadurch können strukturelle und funktionelle Defizite unmittelbar beurteilt werden. „Die genaue Kenntnis der Anatomie, sowie der Physiologie und Pathophysiologie des Schluckens unter Berücksichtigung spezieller Erkrankungen stellen die Grundlage jeglicher therapeutischen Entscheidungsfindung dar“, so der Experte. Gemeinsam mit KollegInnen von den Medizinischen Universitäten Wien und Innsbruck findet an der Med Uni Graz in diesem Zusammenhang der „1. Dysphagiekurs mit praktischem Endoskopieteil“ statt.


Das Ziel der Veranstaltung sehen die ExpertInnen in der Vermittlung der theoretischen Grundlagen als auch der praktischen Vorgehensweise in der modernen Dysphagie-Diagnostik an HNO-ÄrztInnen, aber auch an Berufsgruppen, die besonders häufig Umgang mit Schluckstörungen haben, wie beispielsweise NeurologInnen. Dabei werden neben allgemeinen Erkrankungen auch neurologische Erkrankungen und deren Auswirkungen auf das Schluckverhalten berücksichtigt. „Vor allem auf Intensivstationen nach einem Schlaganfall kommt der Dysphagie-Diagnostik eine eminente Bedeutung zu. Die weitere Genesung nach Schlaganfall hängt auch vom Schluckverhalten ab. Letztlich wird hier die Entscheidung über die weitere Ernährung getroffen, dh. ob eine orale Ernährung überhaupt möglich ist, oder ob auf vorübergehende oder permanente Alternativformen umgestiegen werden muss. Aus diesem Grund ist das aktuelle Wissen um Diagnose und Therapie in diesem Bereich äußerst wichtig“, so Markus Gugatschka abschließend.


Weitere Informationen:

Assoz.-Prof. PD Dr. Markus Gugatschka
Klinische Abteilung für Phoniatrie
Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik Graz
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 82579
markus.gugatschka(at)medunigraz.at

Presse-Information

 

 

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