Otto Loewi Forschungszentrum

Forschungsschwerpunkt Kreislauf und Gefäßforschung

Teamleiter: Gerhard Cvirn

Fokus: Einfluss verschiedenster Substanzen und Situationen auf das Gerinnungssystem
Wir betreiben intensive Forschung über den Einfluss von Antioxidantien, Antikoagulantien, oxidierten Lipoproteinen, Nahrungsergänzungsmitteln, Orthostase und körperlichem Training auf das menschliche Gerinnungssystem in physiologisch relevanten „Vollblutproben“. Neben diesen primären Einfluss-Faktoren interessieren uns anamnestische Variable wie Geschlecht und Lebensalter sowie verschiedene physiologische Zustände wie etwa der Menstruationszyklus.

Vernetzung: Lehrstuhlübergreifende Kooperationen bestehen mit verschiedenen Forschungsteams am Lehrstuhl für Physiologie, an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, an der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin, an der Universitätsklinik für Neurologie sowie am Zentrum für Medizinische Forschung (ZMF) und am Klinischen Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik.

Projekte

EFFECT OF LONG-TERM CONSUMPTION OF TWO PLANT-BASED DIETARY SUPPLEMENTS ON CARDIOVASCULAR HEALTH AND LOW-GRADE INFLAMMATION IN THE ELDERLY

  • In dieser Studie untersuchen wir die Auswirkungen der Langzeit-Einnahme von Kapseln mit pulverförmigem Fruchtsaft-Konzentrat und einer Omega-3-Fettsäure-Supplementierung auf pflanzlicher Basis, einzeln und in Kombination, auf Biomarker für geringgradige Entzündung, kardiovaskuläre Gesundheit, Altersindikatoren inklusive kognitiver Faktoren, Atemwegssymptome und Lebensqualität im Alter.
  • Projektdauer: 2021-2024
  • Gefördert durch: Greenbeat-Institut für Nährstoff-Forschung und Sporternährung, Graz
  • Projektpartner*innen: Manfred Lamprecht, Melina Tsiountsioura, Seth Hallström, Gerd Hörl, Karl Öttl, Azra Darko, Gerhard Ledinski, Gerd Kager, Doris Payerl, Erwin Tafeit, Gilbert Reibnegger, Harald Köfeler, Heimo Strohmaier, Wilfried Renner

GERINNUNGSAKTIVIERUNG IN ALTEN UND JUNGEN MENSCHEN

  • Thrombotische Ereignisse kommen bei älteren Menschen viel häufiger vor als bei jüngeren. Es liegt deshalb der Verdacht nahe, dass das Gerinnungssystem von Älteren leichter in Richtung Hyperkoagulation verschoben werden kann als bei Jüngeren. In dieser Studie soll das Gerinnungssystem älterer Menschen mit dem von jüngeren verglichen werden. Ein  „sit-to stand“-Test  soll als „prokoagulatorischer Reiz“ dienen. Die zu erwartende Gerinnungsaktivierung soll in Vollblutproben (Thrombelastometrie, Thrombozytenadhäsion, Thrombozytenaggregation) untersucht werden.
  • Projektdauer: 2021-2023
  • Gefördert durch: Med Uni Graz
  • Projektpartner*innen: Nandu Goswami/Bianca Brix/Andreas Rössler/Andreas Jantscher (Lehrstuhl für Physiologie), Azra Darko, Gerhard Ledinski

 

DIE ANTIKOAGULATORISCHEN EFFEKTE DES NEUEN WIRKSTOFFS S-NO-HUMANSERUM ALBUMIN

  • Stickstoffmonoxid (NO)-Donatoren wirken gefäßdilatierend und werden bei der Behandlung von u.a. Ischämie/Reperfusion eingesetzt. Konventionelle NO-Donatoren setzen NO schnell frei, beeinträchtigen die Thrombozytenaktivierung und führen möglicherweise zu Blutungen. S-NO-Human Serum Albumin (S-NO-HSA) gibt kleine Mengen an NO langsam ab, wirkt aber trotzdem gefäßdilatierend. S-NO-HSA hat vermutlich nur einen geringen Einfluss auf die Thrombozytenfunktion und könnte als wesentlich schonendere Therapie bei der Behandlung von z.B. Lungenhochdruck oder bei Ischämie/Reperfusion eingesetzt werden. 
  • Projektdauer: 2010-2022
  • Gefördert durch: Med Uni Graz
  • Projektpartner*innen: Seth Hallström, Axel Schlagenhauf/Martin Köstenberger (beide Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde), Thomas Wagner (Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin), Azra Darko, Gerhard Ledinski, Gerd Kager

 

 

 

THROMBOZYTENFUNKTION NACH KRYPTOGENEM SCHLAGANFALL

  • Nach erlittenem (kryptogenen) Schlaganfall werden Patient*innen üblicherweise antikoaguliert. Allerdings ist zurzeit nicht bekannt, wie stark die (vermutete) Übergerinnbarkeit ist bzw. wie lange sie andauert. Vor allem in Vollblut gibt es hier kaum Daten. Deshalb sollen Patient*innen nach überstandenem kryptogenen Schlaganfall einem „sit-to-stand-Test“ unterzogen werden, und die Thrombozyten-Funktion soll in Vollblutproben untersucht werden.
  • Projektdauer: 2020-2022
  • Gefördert durch: Med Uni Graz
  • Projektpartner*innen: Markus Kneihsl/Thomas Gattringer (Universitätsklinik für Neurologie), Nandu Goswami, Azra Darko, Gerhard Ledinski

 

EINFLUSS VERSCHIEDENER ANTIOXIDANTIEN AUF DIE OXIDIERBARKEIT VON LDL

  • Die (vor allem in Arterien stattfindende) Oxidation von nativem Low-Density-Liporotein (nLDL) ist ein Schlüsselmechanismus bei der Entstehung von Arteriosklerose. Wirkstoffe, die in der Lage sind, die Oxidation von nLDL zu verhindern, sind potentiell antiatherosklerotische Medikamente. Die Wirkstoffe Ethylpyruvat, Metformin und Spermidin werden auf ihr antioxidatives Potential hin getestet. Die Bestimmung von Lipidhydroperoxiden, Malondialdehyd, Dienen und von oxidationsspezifischen Sites am LDL-Partikel sollen als Marker für die jeweilige antioxidative Kapazität der drei Wirkstoffe dienen.
  • Projektdauer: laufend
  • Gefördert durch: Med Uni Graz
  • Projektpartner*innen: Gerhard Ledinski, Azra Darko, Seth Hallström, Gerd Kager, Thomas Wagner (Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin), Angelika Krebs (ZMF)

Lehrstuhl für Physiologische Chemie

Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Mag.
Gerhard Cvirn 
T: +43 316 385 72122