Otto Loewi Forschungszentrum

Forschungsschwerpunkt Chronische Atemwegs- und Lungenerkrankungen

Teamleiter: Akos Heinemann

Fokus: Chemotaktische Faktoren, ihre Rezeptoren und Adhäsionsmoleküle sowohl auf Leukozyten als auch auf den Endothelzellen in den Blutgefäßen spielen eine entscheidende Rolle im mehrstufigen Prozess der Leukozyteninfiltration in das Gewebe, und gelten daher als vielversprechende therapeutische Ziele bei verschiedenen Entzündungszuständen. In diesem Prozess spielen auch Blutplättchen eine Rolle und können dabei die Blutgerinnung aktivieren. Wir konzentrieren uns auf die vertiefte Erforschung der Funktion von Leukozyten und des Endothels, und ihre Interaktion miteinander, um neue pharmakologische Angriffspunkte und Wirkstoffe zu entwickeln. Dazu verwenden wir isolierte Zellsysteme, Gewebekulturen, Patient*innenproben und Krankheitsmodelle.

Vernetzung: Der Lehrstuhl für Pharmakologie zeichnet sich durch teamübergreifende Vernetzung mit den Forschungsgruppen von Eva Sturm, Petra Luschnig (Krankheitsmodelle), Rudolf Schicho (Histologie und Fluoreszenzmikroskopie) und Gunther Marsche (Lipid Metabolismus) aus. Patient*innenproben werden in wissenschaftlicher Zusammenarbeit von den Klinischen Abteilungen für Pulmonologie, Kardiologie, Nephrologie, und Geburtshilfe zur Verfügung gestellt. Enge Kooperationen bestehen auch mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Lungengefäßforschung und internationalen Partner*innen.

Projekte

Die Rolle von Prostaglandin D2 in der Endothelfunktion

  • Prostaglandin (PG) D2 ist ein Lipidmediator, der verschiedene pro-inflammatorische Wirkungen hat, unter anderem Gefäßerweiterung, Rekrutierung von Immunzellen, und Verengung der Atemwege. PGD2 kann jedoch auch auf das Endothel wirken und über verschiedene Rezeptoren dessen Barrierefunktion verstärken und die Angiogenese modulieren. Wir sind interessiert, jene Zellen im Gewebe zu identifizieren, die PGD2 produzieren. Das Projekt könnte bei verschiedenen Erkrankungen eine neue Rolle des Prostaglandins aufzeigen und seine zuvor beobachteten anti-inflammatorischen Effekte erklären. (586 Zeichen)
  • Projektdauer: 2012-2022
  • Gefördert durch: FWF, Medizinische Universität Graz (DK-MOLIN, W1241)
  • Projektpartner*innen : Leigh Marsh (Ludwig-Boltzmann-Institut für Lungengefäßforschung, Graz); Andrea Olschewski (Univ.-Klinik für Anästhesiologie, Med Uni Graz).

Leukozyten und Entzündungsmediatoren in der Plazenta

  • Die Schwangerschaft ist eine immunologische Herausforderung für Mutter und Fötus; insbesondere Makrophagen werden als entscheidend für die Aufrechterhaltung einer immuntoleranten Umgebung in der semi-allogenen Umgebung der Trophoblasteninvasion angesehen. Entzündungmediatoren spielen aber vermutlich auch bei pathologischen Schwangerschaftszuständen eine wichtige Rolle, indem sie die Funktion von Immun- und Endothelzellen in der sich entwickelnden Plazenta negativ beeinflussen. Deren pharmakologische Beeinflussung könnte neue Therapiemöglichkeiten bei Schwangerschaftserkrankungen (z.B.Gestosen) eröffnen. (610 Zeichen)
  • Projektdauer: 2018-2022
  • Gefördert durch: FWF, Medizinische Universität Graz (DOC31: DP-iDP)
  • Projektpartner*innen: Christian Wadsack (Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Med Uni Graz), Berthold Huppertz (Lehrstuhl für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, Med Uni Graz), Tobias Madl (Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie, Med Uni Graz)

 

Neue pharmakologische Angriffspunkte an inhibierten Blutplättchen

  • Aktivierte Blutplättchen spielen in der Blutstillung eine wichtige Rolle, bei Herzinfarkt und Schlaganfall haben sie jedoch einen negativen Einfluss auf die betroffenen verkalkten Gefäße, sodass pharmakologische Plättchenhemmung zu einem wichtigen prophylaktisch/therapeutischen Prinzip geworden ist. Als Nebenwirkung muss man jedoch mit schweren Blutungen rechnen, die bei operativen Eingriffen lebensgefährlich werden können. Wir untersuchen an menschlichen Blutproben, die während operativer Eingriffe gewonnen werden, die Ursachen für eine gestörte Plättchenfunktion und suchen nach neuen Angriffspunkten, um ihre Funktion wiederherzustellen.  
  • Projektdauer: 2020-2022
  • Gefördert durch: Medizinische Universität Graz
  • Projektpartner*innen: Elisabeth Mahla (Univ.-Klinik für Anästhesiologie, Med Uni Graz); Florian Prüller (Klinisches Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik, Med Uni Graz).

 

Lehrstuhl für Pharmakologie

Univ.-Prof. Dr.
Akos Heinemann  
T: +43 316 385 74112