Otto Loewi Forschungszentrum

Forschungsschwerpunkt Entzündung, Autoimmunität und Krebs

Teamleiterin: Julia Kargl

Fokus: Die wissenschaftlichen Interessen der Gruppe sind an der Schnittstelle von Pharmakologie und Tumorimmunologie angesiedelt. Unsere Forschung beschäftigt sich mit der Frage welche Rolle das Immunsystem bei Tumorerkrankungen spielt, und wie man das Immunsystem ausnutzen kann, um Tumore früher zu erkennen und besser zu bekämpfen. Das international zusammengestzte Team untersucht die Immunzellzusammensetzung im Lungenkarzinom und die Rolle von immunsuppressiven Zellen – ein wichtiger Aspekt in der Weiterentwicklung von immun-basierenden Medikamenten, auch Tumorimmuntherapie genannt.

Vernetzung: Mit Hilfe von etablierten Krebszelllinien, Tumorgewebe von Patient*innen und funktionellen in vitro und in vivo Modellen versucht unsere Gruppe am Lehrstuhl für Pharmakologie die Mechanismen des Immuntherapieversagens zu verstehen. Es bestehen Kooperationen mit Forschungsteams am Lehrstuhl für Biophysik, Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie, Lehrstuhl für Zellbiologie, Histologie und Embryologie; und am Diagnostik- & Forschungsinstitut für Pathologie. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtenhilfe und der Klinischen Abteilung für Onkologie.

Projekte

Funktionelle Charakterisierung von Tumorassoziierten Neutrophilen bei NSCLC

  • Immunsuppressive Zellen im Tumorgewebe können das Ansprechen auf Immuntherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) negativ beeinflussen. Tumorassoziierte Neutrophile korrelieren invers mit dem T-Zell Gehalt im Tumor und das CD8+ T-Zell/Neutrophilen Verhältnis kann das Ansprechen auf Immuntherapie vorhersagen, was auf immunsuppressive Eigenschaften schließen lässt. Dieses Projekt zielt darauf ab, Subpopulationen von Neutrophilen bei NSCLC zu identifizieren und ihre immunmodulatorischen Eigenschaften zu untersuchen.
  • Projektdauer: 2018-2022
  • Gefördert durch: OENB
  • Projektpartner*innen: Luka Brcic (Diagnostik & Forschungsinstitut für Pathologie), Jörg Lindenmann (Klin. Abteilung für Thoraxchirurgie), A McGarry Houghton (Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, USA), Christian Schmees (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen, DE)

Neutrophile Subpopulationen als blutbasierte Biomarker bei Krebs

  • Die Früherkennung von Tumorerkrankungen ist entscheidend, um die Überlebensraten zu erhöhen. Darüber hinaus unterstreichen neue Therapien den Bedarf an neuartigen, minimal-invasiven Biomarkern zur Unterstützung von Therapieentscheidungen und zur Überwachung des Therapieansprechens. Neutrophile Subpopulationen, die bei gesunden Personen weitgehend fehlen, wurden im Blut von Krebspatient*innen nachgewiesen. Unser Ziel ist es, diese als Früherkennungsmarker zu analysieren und diese Methode als Werkzeug zur Überwachung des Ansprechens auf eine Therapie zu evaluieren.
  • Projektdauer: 2019-2022
  • Gefördert durch: FFG
  • Projektpartner*innen: Marija Balic (Klin. Abteilung für Onkologie)

 

Die Rolle der Myeloperoxidase (MPO) bei der Entwicklung von Lungenkrebs

  • MPO ist ein Enzym, das hauptsächlich von Neutrophilen exprimiert und sezerniert wird. Neutrophile sind ein wichtiger Immunzelltyp bei Lungenkrebs, wo sie die Immunantwort einschränken und zur Tumorentwicklung beitragen. In dieser Studie untersuchen wir die molekularen Mechanismen wie MPO das Tumorzellwachstum und die Immunantwort beeinflussen.  
  • Projektdauer: 2018-2022
  • Gefördert durch: Medizinische Universität Graz
  • Projektpartner*innen: Gunther Marsche (Lehrstuhl für Pharmakologie), Wolfgang Sattler (Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie), McGarry Houghton (Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, USA), Mike Davies (University of Copenhagen, Dänemark)

 

 

 

Identifizierung von Antigen-spezifischen T-Zellen bei NSCLC

  • Immuntherapie führte zu bemerkenswerten Ergebnissen in der Behandlung von onkologischen Erkrankungen. T-Zellen wurden durch die Erfolge der Immun-Checkpoint-Blockade (ICB) und der Adaptiven Zelltherapie (ACT) in den Mittelpunkt gestellt. Wesentliche Einschränkungen für eine erfolgreiche ACT bei soliden Tumoren sind i) das Fehlen gängiger Tumorantigene und ii) die Unzulänglichkeit von Methoden zur Identifizierung von Neoantigenen. Das Ziel dieser Studie ist die Entwicklung einer zuverlässigen Methode zur Identifizierung von Tumorantigen-spezifischen T-Zellen bei NSCLC-Patient*innen.
  • Projektdauer: 2020-2023
  • Gefördert durch: FWF, Medizinische Universität Graz (DK-MOLIN, W1241)
  • Projektpartner*innen: Roland Malli (Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie), Klaus Groschner (Lehrstuhl für Biophysik)

 

Neutrophile Granulozyten in der Plazentaentwicklung

  • Die Schwangerschaft ist eine immunologische Herausforderung für Mutter und Fötus, und die Etablierung einer Immuntoleranz an der feto-maternalen Schnittstelle ist essentiell. Ein detailliertes Bild der Leukozytenzusammensetzung, -funktionen und -interaktionen fehlt jedoch. Wir stellen die Hypothese auf, dass Neutrophile eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Immuntoleranz an der feto-maternalen Schnittstelle im ersten Trimester der Schwangerschaft spielen.
  • Projektdauer: 2019-2023
  • Gefördert durch: FWF, Medizinische Universität Graz (DOC31: DP-iDP)
  • Projektpartner*innen: Christian Wadsack (Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe), Martin Gauster (Lehrstuhl für Zellbiologie, Histologie und Embryologie), Jürgen Pollheimer (Med Uni Wien, AUT)

Lehrstuhl für Pharmakologie

Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Mag.a
Julia Katharina Kargl,  PhD
T: +43 316 385 74105