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Dachgleiche MED CAMPUS GRAZ

Dachgleiche: MED CAMPUS

MED CAMPUS Graz: Die derzeit größte Universitätsbaustelle des Landes feiert Dachgleiche.

MED CAMPUS erreicht Dachgleiche
Fassadenbau und Innenausbau laufen auf Hochtouren


Die derzeit größte Uni-Baustelle der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat Dachgleiche erreicht. Damit sind alle Rohbauarbeiten für den neuen MED CAMPUS Modul 1, der in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Graz errichtet wird, fertiggestellt. In weiterer Folge werden die Fassaden komplettiert und der Innenausbau der hochspezialisierten Immobilie schreitet weiter voran. Neben dem technischen Innenausbau, dies betrifft die Lüftung, Kühlung, Heizung, Laborinfrastruktur, oder Elektrotechnik startet im Herbst auch der Feinausbau: Maler, Fliesen- und Bodenleger gestalten die Oberflächen. Insgesamt 220 Arbeiter verrichten derzeit täglich auf der Baustelle ihr Handwerk – mit dem Feinausbau werden es bis zu 400 sein. "Ab dem kommenden Jahr wird auch mit der Laborausstattung sowie der Errichtung der Außenanlagen begonnen. Die BIG als Bauherr und Eigentümer investiert 180 Millionen Euro in den Neubau des Modul 1", sagt BIG Geschäftsführer Hans-Peter Weiss. In das Modul 1 des MED CAMPUS übersiedeln nach Fertigstellung jene Instituts-, Lehr- und Forschungsflächen jener vorklinischen Institute, die zurzeit in der Harrachgasse 21 („Vorklinik“) untergebracht sind. Darüber hinaus werden im Modul 1 auch die Institute für Hygiene und Pathologie Platz finden.


Energieeffizient  

Das Modul 1 des MED CAMPUS ist bereits jetzt mit Gold der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNI) vorzertifiziert. Insgesamt sind 236 Bohrpfähle, die unter der Bodenplatte des Gebäudekomplexes verlaufen, thermisch aktiviert. Das bedeutet, dass die Pfähle mit einem Rohrsystem versehen wurden, in dem ein Flüssigkeitsgemisch zirkuliert. Je nach Bedarf nimmt es Wärme auf (Heizen) oder gibt sie ab (Kühlen). Einen wesentlichen Teil des Wärme- und Kältebedarfs werden künftig die Geothermiesonden abdecken. Dazu wurden 119 Tiefensonden jeweils 125 Meter unter der Erde installiert, die im Sommer durch ein temperiertes Flüssigkeitsgemisch für angenehme Frische und im Winter für wohlige Wärme sorgen. 35 Prozent des Kühl- und 55 Prozent des Heizwärmebedarfs werden damit durch diese alternative Energiequelle gewonnen. Neben der Speicherkraft von Erdreich und Wasser wird auch die Luft genutzt. Die warme Abluft aus den Serverräumen wird ebenfalls zum Heizen eingesetzt. Um den Energieverbrauch insgesamt gering zu halten, werden die Beleuchtung und die Beschattung des Gebäudes automatisiert, je nach Licht- und Sonnenstand, gesteuert.


Ausbau in zwei Modulen  

Der MED CAMPUS für den vorklinischen Bereich der Med Uni Graz wird in zwei Modulen auf einem rund 2,7 Hektar großen Grundstück in der Neuen Stiftingtalstraße errichtet und durch eine Brücke über die Stiftingtalstraße miteinander verbunden. Das Erd- und das erste Obergeschoß werden die Lehre – also Hörsäle und Seminarräume – für rund 1.200 Studierende der Human-, Zahnmedizin- und Pflegewissenschaften beherbergen. Insgesamt bietet der MED CAMPUS 4.300 Studierenden Platz an Kommunikations- und Freiflächen. Im zweiten Obergeschoß entsteht die sogenannte Campusebene. Hier werden Freiflächen und mehrere bis zu sechs Stockwerke hohe Baukörper für die einzelnen Institute mit Büros und Labors für rund 840 MitarbeiterInnen errichtet. "Erstmals werden alle Bereiche der Medizinischen Universität Graz an einem Ort gebündelt. Dies bedeutete einen qualitativen Quantensprung in der Forschung und Lehre der Med Uni Graz“, sagt Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz.


Während derzeit das Modul 1 des MED CAMPUS bereits Dachgleiche erreicht hat, befindet sich das Modul 2 noch in Vorbereitung. Eine definitive Finanzierungssicherung von Seiten des BM:WFW liegt noch nicht vor. „Durch die Vernetzung aller einzelnen Institutionen wird durch den MED CAMPUS eine Brücke zur Wirtschaft und zum Klinikum geschaffen; Jedoch können erst durch die Umsetzung des gesamten MED CAMPUS (Modul 1 und 2) sämtliche Synergiepotentiale voll ausgeschöpft werden“, ergänzt Hellmut Samonigg, Programmleiter des MED CAMPUS. Im Modul 2 des MED CAMPUS ist die Verortung der Instituts-, Lehr und Forschungsflächen der Institute Pathophysiologie, Pharmakologie, Gerichtsmedizin, Pflegewissenschaften und Sozialmedizin sowie  weitere vom Modul 1 nicht umfasste Hörsäle und Seminarräume für die allgemeine Lehre, sowie Verwaltungsflächen der Med Uni Graz geplant. Im MED CAMPUS wurden Forschungsflächen der Institute zugunsten eines kompetitiven Forschungsbereichs umgestaltet. Auch dieser Forschungsbereich kann erst durch das Modul 2 umgesetzt werden.


Daten & Fakten

Baubeginn Juli 2013
Gesamtfertigstellung samt Einrichtung September 2017
Architektur & Generalplanung Riegler-Riewe Architekten ZT GmbH
Aushub, Fassade & verbaute Materialien
Aushub 120.000 m³
Fassade 32.000 m²
Beton 35.340 m³
Bewehrung 3.480 Tonnen
Stahlbau 350 Tonnen
Kabel, Rohrleitungen 115 km



GF Hans-Peter Weiss (BIG) und Rektor Josef Smolle



GF Wolfgang Gleissner (BIG), Hellmut Samonigg, Programmleiter MED CAMPUS, GF Hans-Peter Weiss (BIG), Rektor Josef Smolle

Bildnachweis: Lunghammer

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