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Medizinische Universität Graz

Eröffnet: Universitäre Allgemeinmedizin

Stützpunkt für Studierende, Lehrende und AllgemeinmedizinerInnen sowie interaktives Forschungsnetzwerk

Universitäre Allgemeinmedizin: Aus- und Weiterbildung von HausärztInnen
Interaktives Forschungsnetzwerk aus der Praxis


Mit der Eröffnung des Instituts für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung (IAMEV) setzt die Medizinische Universität Graz in enger Zusammenarbeit mit der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM) ein Zeichen. Als erste öffentliche Medizinische Universität in Österreich gibt die Med Uni Graz dem umfangreichen Gebiet der Allgemeinmedizin einen wissenschaftlichen Rahmen in Form eines eigenständigen Instituts. Die Schnittstelle zwischen Universität und Praxis versteht sich als Stützpunkt für Studierende, Lehrende und praktisch tätige AllgemeinmedizinerInnen sowie als Forschungsnetzwerk in der Allgemeinmedizin.


Allgemeinmedizin: Interdisziplinarität und Vielfalt an der Med Uni Graz  

Durch ihre zentrale Stellung und interdisziplinäre Drehscheibenfunktion ist die Allgemeinmedizin wohl eine der spannendsten und vielseitigsten medizinischen Disziplinen, die ein fundiertes Fachwissen über alle medizinischen Fachgebiete erfordert. Als erste österreichische Medizinische Universität hat die Medizinische Universität Graz in Zusammenarbeit mit der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM) diese medizinische Disziplin in Form eines neu gegründeten eigenständigen Instituts universitär verankert. Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Med Uni Graz, betont die Bedeutung der Allgemeinmedizin: „Moderne Versorgungsstrukturen, wie sie zur Zeit in Österreich im Aufbau sind, müssen sich auf eine starke Allgemeinmedizin stützen. Wir gehen als Gesundheitsuniversität konsequent den Weg, dieses wichtige Fundament der ärztlichen Tätigkeit im Studium und in der Forschung abzubilden.“ Versorgungsforschung ist ein wesentlicher Aspekt des Generalthemas „Nachhaltige Gesundheitsforschung“.

„Die Steirische Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM) hat gemeinsam mit der Medizinischen Universität Graz viele Jahre für dieses Institut gekämpft. Seit 1976 unterrichten AllgemeinmedizinerInnen Studierende in den verschiedensten Bereichen der Allgemeinmedizin. Dieser Unterricht sowie die Forschung sind nun in einem Institut verankert. Mit der neuen Professur erhält die Allgemeinmedizin an der Med Uni Graz jene Strukturen, die es für eine erfolgreiche Zukunft der Ausbildung von Studierenden in der Allgemeinmedizin und in weiterer Folge für die medizinische Grundversorgung in der Steiermark und in Österreich braucht“, sagt Dr. Andreas Jöbstl, Präsident der STAFAM.



Professur für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung  

Mit Wirkung vom 01. Jänner 2015 wurde Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Siebenhofer-Kroitzsch zur Professorin für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung an die Med Uni Graz berufen und mit der Leitung des neu gegründeten Instituts betraut. Die engagierte Wissenschafterin und Institutsleiterin - welche für fünf Jahre am größten Institut für Allgemeinmedizin an der Goethe Universität Frankfurt als stellvertretende Institutsdirektorin und Professorin gearbeitet hat - verfolgt das Ziel, die Begeisterung für das spannende Fach der Allgemeinmedizin unter den Studierenden bereits zu Beginn des Studiums zu wecken und in der Lehre die dafür notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. In der Wissensvermittlung setzt sich das IAMEV auch die Aufgabe, die in der Praxis tätigen KollegInnen regelmäßig über Innovationen zu informieren und zu vernetzen.


Im Fokus: Universitäre Aus- und Weiterbildung von HausärztInnen  

Vor allem in der Aus- und Weiterbildung von HausärztInnen sieht Andrea Siebenhofer-Kroitzsch eine zentrale Aufgabe des neu gegründeten Instituts an der Med Uni Graz. "Ein Nachwuchsmangel in der hausärztlichen Versorgung ist bereits absehbar. Wir steuern als Medizinische Universität diesem Mangel aktiv entgegen. Das erreichen wir, indem wir von Studienbeginn an eine Kombination aus Theorie und Praxis bieten. Die Studierenden lernen direkt von erfahrenen externen Lehrenden, die alle über jahrelange Expertise in Hausarztpraxen verfügen, und dürfen vor Ort in die Praxen eintauchen. Nur so gelingt es zu vermitteln, dass die Allgemeinmedizin ein hochinteressantes Fach ist, das die gesamte Palette der Medizin umfasst und den Menschen als Ganzes im Blick hat", fasst die Institutsleiterin zusammen.



Die Medizinische Universität Graz hat sich mit der Einführung des Diplomstudiums der Humanmedizin das Ziel gesetzt, den Studierenden der Studienrichtung Humanmedizin eine möglichst praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen.

„In diesem Sinne ist auch jene Kooperation mit der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin STAFAM zu verstehen, welche erst ermöglicht hat, dass die Studierenden dieser Medizinischen Universität verpflichtend einen Teil ihres 6. Studienjahres in einer Allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren können. Dass für viele Studierende auf diese Art der „Grundstein“ für die spätere Ausbildung zum Allgemeinmediziner / zur Allgemeinmedizinerin gelegt wird, ist mittlerweile ein unbestrittenes Faktum“, betont Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Dimai, Vizerektor für Studium und Lehre der Medizinischen Universität Graz.


Allgemeinmedizin: Starke Partnerin in der Gesundheitsversorgung  

Mehr als 1.100 Ordinationen in der Allgemeinmedizin stehen der steirischen Bevölkerung als primäre Anlaufstellen in der Gesundheitsversorgung zur Verfügung. „Die Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sind eine wesentliche Stütze des steirischen Gesundheitssystems. Ihre Rolle wird auch für zukünftige Überlegungen – ich denke beispielsweise an das aus der Gesundheitsreform resultierende Vorhaben der Primärversorgungseinrichtungen (primary health care) – von wesentlicher Bedeutung sein. Attraktive Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte, gerade im ländlichen Raum, werden alle Partner im Gesundheitsbereich vor große Herausforderung stellen, die nur in einem gemeinsamen und abgestimmten Vorgehen gelöst werden können“, sagt Mag. Christopher Drexler, Landesrat für Wissenschaft & Forschung, Gesundheit und Pflegemanagement.


Interaktiv Netzwerken: Forschung aus der Praxis  

Die evidenzbasierte Versorgungsforschung bildet den wissenschaftlichen Schwerpunkt des Instituts an der Med Uni Graz. „Wir arbeiten an der Entwicklung und Umsetzung wissenschaftlich fundierter Versorgungskonzepte besonders für den Primärbereich und evaluieren diese hinsichtlich ihrer Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen“, gibt Andrea Siebenhofer-Kroitzsch einen Einblick in das Forschungsgebiet.



Ein klarer Schwerpunkt im Bereich der Versorgungsforschung wird darin liegen, die erforderlichen Umstrukturierungsmaßnahmen in der Primärversorgung in Kooperation mit weiteren PartnerInnen wie dem Land Steiermark und den Krankenkassen wissenschaftlich zu begleiten. „Zusätzlich haben wir uns vorgenommen, mit Hausärzten für Hausärzte zu forschen. Daher haben wir als erstes Projekt eine Umfrage bei allen niedergelassenen Kollegen gestartet und sie gebeten, praxisrelevante offene Fragen zu nennen, die wir im Rahmen von Forschungsprojekten beantworten werden. Dafür soll ein interaktives Forschungsnetzwerk mit Hausärzten aufgebaut werden und ich bin sehr zuversichtlich, dass ausreichend Potenzial für die Durchführung von versorgungsrelevanten Studien in der Steiermark vorhanden sein wird“, gibt Andrea Siebenhofer-Kroitzsch einen interessanten Ausblick in die Zukunft.

„In unserer täglichen Arbeit als HausärztInnen begleiten und versorgen wir nicht nur unsere PatientInnen, sondern sind massiv mit den vielen organisatorischen, finanziellen sowie fachlichen Herausforderungen konfrontiert. Die niedergelassenen KollegInnen in der Steiermark verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und wer, wenn nicht sie wissen, welche Veränderungen notwendig sind und welche Maßnahmen auch in der Praxis funktionieren. Das Hausarztmodell auch auf die Forschung zu übertragen ist aus unserer Sicht sehr erfolgversprechend“, stimmt Andreas Jöbstl zu.


Weitere Informationen:
Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Siebenhofer-Kroitzsch
Institut für Allgemeinmedizin und
evidenzbasierte Versorgungsforschung (IAMEV)
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 73558
andrea.siebenhofer(at)medunigraz.at  

allgemeinmedizin.medunigraz.at


Presse-Information

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