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Eva Reininghaus

Psychiatrie: Neue Professorin

Somatische Komorbiditäten und Neuroinflammation als Schwerpunkte der neuen Universitätsprofessorin.

Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin

Mit Wirkung vom 15. Dezember 2020 wurde Univ.-Prof.in Dr.in Eva Reininghaus, MBA für das Fach „Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin“ an die Medizinische Universität berufen.

Renommierte Grazer Expertin zur Universitätsprofessorin berufen

Eva Reininghaus wurde 1979 in Graz geboren und studierte Humanmedizin an der Universität Graz, wo sie im Jahr 2004 promovierte. Ihre Ausbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin schloss sie im Jahr 2013 an der Medizinischen Universität Graz ab und habilitierte sich kurze Zeit später im Fach „Psychiatrie“. Durch den Aufbau und die Leitung der Spezialambulanz für bipolare Erkrankungen hat sie sich schon früh im klinischen Bereich etabliert, zudem die prosperierende Forschungseinheit "Neurobiologische Grundlagen und anthropometrische Besonderheiten der bipolar affektiven Erkrankung" aufgebaut. Auch die Gremialarbeit an der Med Uni Graz verfolgte Eva Reininghaus mit hohem Engagement, so ist sie seit Jahren als aktives Mitglied des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen und des Betriebsrates tätig.


Forschungsaufenthalte führten sie an die University of Toronto und die LMU München, wo sie sich mit der Erforschung der neurobiologischen Hintergründe von affektiven Erkrankungen im Langzeitverlauf und den Zusammenhängen mit somatischen Erkrankungen beschäftigte. Zudem schloss sie ihren Master of Business Administration (MBA) 2017 erfolgreich mit ihrer Masterarbeit "Management of somatic comorbidities in psychiatric disorders- national and international concepts and implementation strategies in Austria" ab. Die international renommierte Expertin in der Psychiatrie mit besonderer Expertise auf dem Gebiet der affektiven Störungen war bislang als assoziierte Professorin und supplierende Leiterin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin an der Med Uni Graz tätig.

Großes Engagement in Lehre und Forschung

In Ihrer Funktion als Vizedekanin für studienrechtliche Angelegenheiten an der Med Uni Graz und Leiterin zahlreicher Lehrveranstaltungen ist Eva Reininghaus aktiv in die Ausgestaltung der Ausbildung von Studierenden eingebunden. Zudem ist sie als Vortragende hochaktiv, um das Wissen über psychische Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung zu stärken und damit die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen voranzutreiben. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Zusammenhänge zwischen psychiatrischen Erkrankungen und assoziierten somatischen Komorbiditäten (wie z.B. Adipositas-assoziierten Erkrankungen, u.a. dem metabolischen Syndrom, Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Dies ist von hoher Relevanz, da Menschen mit psychischen Erkrankungen eine um 10 bis 20 Jahre reduzierte Lebenserwartung haben, was zu einem großen Teil auf den reduzierten somatischen Gesundheitszustand zurückzuführen ist.


Eva Reininghaus hat sich hier in den letzten Jahren sehr intensiv mit neuroinflammatorischen Zusammenhängen u.a. dem Tryptophan Stoffwechsel auseinandergesetzt, vor allem im Zusammenhang mit klinischen Variablen wie Krankheitsverlauf, Kognition und metabolischen Aspekten. Zudem forciert sie die Verlaufsforschung von schweren affektiven und psychotischen Erkrankungen, die biologische, soziale und psychologische Variablen integriert, und ist in diesem Bereich in internationale Konsortien wie dem Psychiatric Genetics Consortium (PGC), dem Consortium on Lithium Genetics (ConLiGen) oder Psy-Course (Langzeitverlauf psychotischer Störungen) eingebunden. Sie hat diverse Forschungspreise wie den Blair-Curtius-Pfleiderer-Wachter Award for Pteridine Research, den ÖGPB Preis für bipolare Erkrankungen als auch klinische Psychiatrie erhalten, zudem wurde sie als Forscherin des Jahres 2017 der Med Uni Graz ausgezeichnet.


Ihre Mitgliedschaft in verschiedenen Fachgesellschaften und die Tätigkeit als Reviewerin für international renommierte Journals runden ihr wissenschaftliches Portfolio ab. So ist sie derzeit als Vorstandsmitglied der INGEst (Initiative Gehirnforschung Steiermark) als auch als Co-Chair des Bipolar Disorders Network des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) tätig.


Im Bereich der Versorgung von Patient*innen wird Eva Reininghaus den derzeit bestehenden Schwerpunkt der Klinik in der Versorgung von schweren und therapierefraktären depressiven und psychotischen Erkrankungen weiterführen und ausbauen und neue Therapieansätze in die Behandlung integrieren. Zudem wird sie die Expertise des Universitätsklinikums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin für Menschen mit psychischen Erkrankungen und assoziierten somatischen Erkrankungen schwerpunktmäßig ausbauen und neben der Akutversorgung auch präventive Ansätze forcieren.


Der Forschungsschwerpunkt der Klinik wird sich also auch in Zukunft unter ihrer Leitung im Rahmen durch den Auf- und Ausbau der klaren Forschungsstruktur auf die Verlaufsforschung von schweren affektiven und psychotischen Erkrankungen fokussieren, die biologische, soziale und psychologische Variablen integriert. Zudem liegt ein sehr wichtiger Fokus auf der Erforschung der Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und assoziierten somatischen Komorbiditäten. Die bereits bestehenden Kooperationen in den Bereichen Genetik/Epigenetik, Neuroimaging, Psychoneuroimmunologie, Psychophysiologie und Neurokognition mit internen Kliniken/Instituten sollen in diesem Sinne verstärkt, das Netzwerk mit externen Kooperationspartner*innen ausgeweitet werden. Besonders wichtig ist Eva Reininghaus auch die Integration von Nachwuchswissenschafter*innen, die sie möglichst früh durch die Mitarbeit im Rahmen von klinischen Forschungsprojekten und Abschlussarbeiten in die Klinik integrieren möchte.

Weitere Informationen und Kontakt

Univ.-Prof.in Dr.in Eva Reininghaus, MBA
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 13616
eva.reininghaus(at)medunigraz.at

Presseinformation

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