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Sonne: Manneskraft steigern

Sonnenlicht begünstigt die männliche Fruchtbarkeit.

Bereits seit längerer Zeit vermuten ForscherInnen einen kausalen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Status und männlicher Fruchtbarkeit. Eine junge Wissenschafterin an der Med Uni Graz konnte nun bestätigen, dass Vitamin D den Hormonhaushalt des Mannes nachweislich beeinflusst und dadurch Jahreszeiten und Sonne auch in der Fruchtbarkeit eine Rolle spielen dürften.  


Sonnenlicht für die Fruchtbarkeit  

Das Sexualhormon Testosteron kommt in unterschiedlicher Konzentration sowohl bei Frauen als auch Männern vor. Bei Männern wird es überwiegend in den Hodenzellen und adrenalen Zellen produziert, bei Frauen in geringeren Mengen in Nebennieren und Eierstöcken. Sowohl im weiblichen als auch männlichen Körper steuert das Hormon viele lebenswichtige Vorgänge: Muskulatur- und Knochenwachstum, Blutbildung etc., aber im Wesentlichen auch die Libido und Fertilität bei beiden Geschlechtern. Beim Mann sind Erektionsfähigkeit, Spermienbildung und damit die Fruchtbarkeit von einem ausgewogenen Testosteronspiegel abhängig. Daniela Hofer, PhD, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Med Uni Graz, präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse die zeigen, dass Vitamin D und damit u.a. Jahreszeit und Sonnenstrahlen den Hormonhaushalt bei Männern beeinflussen können. Ein Mehr an Sonnenlicht könnte somit auch die Fruchtbarkeit steigern.


Vitamin D begünstigt männliche Fertilität  

Die junge Wissenschafterin aus der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Obermayer-Pietsch konnte mit ihrer Arbeit „Testicular Synthesis and Vitamin D Action“ auf zellulärer Ebene beweisen, dass Vitamin D und damit die Sonnenstrahlen den Hormonhaushalt bei Männern nachweislich beeinflussen. „Insbesondere der Testosteronspiegel, aber auch andere Faktoren werden vom Vitamin D entscheidend geprägt“, erklärt Daniela Hofer.

Der Forscherin wurde für Ihre Entdeckung kürzlich eine besondere Ehre zuteil. Das „Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism“, die führende Peer-Review-Zeitschrift für Endokrinologie- und Stoffwechselforschung veröffentlichte ihre Forschungsergebnisse und kürte Daniela Hofer zum „featured author“ im Monat Oktober. „Eine große Querschnittsstudie an der Med Uni Graz zeigte vor einigen Jahren, dass es überraschende parallele jahreszeitliche Schwankungen von Vitamin D und Testosteron-Spiegel gibt“, beschreibt Daniela Hofer die Ergebnisse von PDin Dr.in Elisabeth Lerchbaum aus der Arbeitsgruppe. Aufbauend auf diesen Studienergebnissen konnte Daniela Hofer nun erstmals nachweisen, dass eine Zugabe von Vitamin D tatsächlich in der Lage ist, die Testosteronproduktion in den Hodenzellen zu steigern. Damit eröffnet sich eine neue Sicht auf die hormonellen Rhythmen des Mannes und damit verbunden die männliche Fertilität.  

Um den Vitamin D- und Testosteron-Status von PatientInnen zu analysieren, werden in der Endokrinologie-Laborplattform der Med Uni Graz diese Hormone täglich gemessen. Bei unzureichender Versorgung von Vitamin D, v.a. in den Wintermonaten, wird eine Vitamin D-Supplementierung sowohl bei Frauen als auch bei Männern empfohlen. Aufenthalt im Freien mit Sonne in Maßen ist nach wie vor gesund und empfehlenswert.        


Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Barbara Obermayer-Pietsch
Universitätsklinik für Innere Medizin
Endokrinologie-Laborplattform
Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 316 385 12383
barbara.obermayer(at)medunigraz.at  

http://press.endocrine.org/doi/full/10.1210/jc.2014-1690

Presse-Information

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