Peter HOLZER

Mag. rer. nat. Dr. phil., FBPhS
Univ.-Prof. für Experimentele Neurogastroenterologie

Leiter der ► Forschungseinheit für Translationale Neurogastroenterologie
Co-Director ► BioTechMed-Graz

Otto-Loewi-Forschungszentrum
der Medizinischen Universität Graz
Universitätsplatz 4, A-8010 Graz, Austria

Tel.: +43 (316) 385-74121
Fax: +43 (316) 385-79613
e-mail:  peter.holzer @ medunigraz.at

 

Forschungstätigkeiten Wissenschaftlicher Lebenslauf Publikationsliste
Allgemeinverständliche Darstellung der Forschung

Die Forschungseinheit für Translationale Neurogastroenterologie befasst sich mit der wechselseitigen Kommunikation zwischen Magen-Darm-Trakt und Gehirn. Neben der traditionellen Sichtweise von Krankheiten des Magen-Darm-Trakts als Manifestation psychosomatischer Störungen zeigt die neurogastroenterologische Forschung, dass psychische Störungen durch Einflüsse vom Magen-Darm-Trakt mitbedingt sein können. Der Magen-Darm-Trakt kommuniziert mit dem Gehirn über 4 verschiedene Informations­kanäle: Signale des Darmmikrobioms, Darmhormone, Immunbotenstoffe (Cytokine) und sensorische Neurone.

Über diese Kommunikationsbahnen haben Signale aus dem Magen-Darm-Trakt Auswirkungen auf Stimmungs­lage, Emotionen, kognitive Prozesse und Appetit, können aber auch Übelkeit und Schmerz hervorrufen und die Stressanfälligkeit beeinflussen. Eine krankhaft veränderte Kommunikation zwischen Magen-Darm-Trakt und Gehirn kann für psychische Störungen verantwortlich sein und ist besonders bei funktionellen Magen- und Darmerkrankungen (funktionelle Dyspepsie, Reizdarmsyndrom) offensichtlich.

Ein neuer Aspekt der Darm-Gehirn-Achse wird durch die Erforschung des Darm-Mikrobioms (auch Darm-Mikrobiota genannt) zu Tage gefördert. Das Darm-Mikrobiom besteht aus bis zu 1000 verschiedenen Bakterienarten und bis zu 100 Billionen Zellen. Die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms wird durch Ernährung, Fettleibigkeit, Darminfektionen, Darmentzündung und Stress beeinflusst. Andererseits hat das Darm-Mikrobiom Auswirkungen auf Verdauung, Stoffwechsel und Körpergewicht, Immunsystem, Schmerz und Stressanfälligkeit sowie Emotionalität, Stimmungslage, Lernen und Gedächtnis.


22.08.2017