Pädiatrische Hämato-Onkologie

Nicht-maligne Hämatologie, pädiatrische Immunologie und Tumorprädisposition

Das Blut und das Immunsystem sind faszinierende, lebenswichtige „Organe“, mit den Funktionen der Sauerstoff- und Energieversorgung des Körpers, der Wundheilung und Blutungsstillung, und der Abwehr von Infektionserregern, der Reparatur oder Elimination von erkrankten Körperzellen, neben anderen wie beispielsweise der Aufrechterhaltung und Regulation wichtiger Stoffwechsel­funktionen und der Immuntoleranz. Bei Störungen dieser Systeme kann es zu schweren, lebens­bedrohlichen Erkrankungen kommen, die sich in Schwäche, Blässe, Gedeihstörung, Blutungsgefahr und Infektionen, Autoimmun­erkrankungen, oder auch einem erhöhten Risiko für Leukämien oder andere Krebserkrankungen manifestieren.

Ansprechpartner

Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.
Markus Seidel  
T: +43 316 385 13485

Forschung

Unser Aufgabengebiet

An der Ambulanz der Klinischen Abteilung für pädiatrische Hämato-Onkologie werden im Jahr ca. 160-170 Kinder und Jugendliche erstmalig zur Abklärung und Behandlung einer Krebserkrankung (ca. 60 davon) oder einer anderen seltenen Erkrankung des Blutes oder des Immunsystems vorgestellt. Diese Kinder und Jugendlichen werden in ca. 5800 ambulanten Visiten (inkl. Telefonkonsilen) pro Jahr und ähnlich vielen (ca. 5000-5500) „Belagstagen“ stationär als Patient*innen betreut.

Ziele

Über uns

Wir sind ein Team aus Fachärzt*innen, Ärzt*innen in Ausbildung, und Studierenden, mit Hilfe von biomedizinischen Assistent*innen, Pflegepersonen, Dokumentar*innen, und interessieren uns für seltene, angeborene oder erworbene Erkrankungen des Blutes und Immunsystems sowie für angeborene Tumorprädispositionssyndrome bei Kindern und Jugendlichen.

Unsere Projekte

Natürlicher Krankheitsverlauf bei autoimmun-vermitteltem Abbau von Blutkörperchen, wie z.B. der chronischen Immunthrombozytopenie oder dem Evans Syndrom

  • Wir erhoffen mit einem multizentrischen Patient*innenregister durch Begleitforschung, prognostische und therapierelevante Biomarker zu finden, um die Erkrankung besser und früher in den Griff zu bekommen.
  • Gefördert durch: AMGEN (einmalige Spende); Novartis (einmalige Spende).

Angeborene Immundefekte in Form prospektiver und retrospektiver Registerstudien

  • Unter der Verwendung eines eigens entwickelten klinischen Scores zur genaueren Beurteilung der Krankheitsaktivität von Immundefekten mit Immundysregulation (IDDA Score). Bei Entdeckung eines neuen Immundefekts kooperieren wir mit internationalen Expert*innen zur Aufklärung des molekularen Krankheitsmechanismus.
  • Gefördert durch: Steirische Kinderkrebshilfe; Takeda (einmalige Spende).

Ursachen von familiärer Tumorneigung

  • Darunter fallen insbesondere neue Gendefekte in natürlichen Schutzmechanismen gegen Leukämie- oder Krebserkrankungen (Tumorprädispositionssyndrome) oder neue Krankheits­erscheinungs­formen von Patient*innen mit bekannten Genveränderungen. Diesen Familien erstellen wir ein maßgeschneidertes Vorsorgeprogramm und, wenn erforderlich, eine auf den gestörten Signalweg exakt abzielende moderne Therapieempfehlung.
  • Gefördert durch: Steirische Kinderkrebshilfe

Team

Kooperationen

Für die Durchführung der laufenden Forschungsprojekte sind nationale und internationale Kooperationen essentiell. Damit sind in erster Linie die klinische Zusammenarbeit mit Expert*innen und Arbeitsgruppen für die genannten seltenen Erkrankungen in Österreich, Deutschland, sowie ganz Europa und teilweise auch aus den USA gemeint (Netzwerke der Kinderhämato-Onkologie; Europäische Gesellschaft für Immundefekte [ESID]; etc.); darüber hinaus bestehen beispielsweise zur Biomarkerforschung und molekularen Aufklärung neuer Beobachtungen bei Patient*innen Kooperationen mit Instituten in Graz, Wien und Freiburg (CBmed/Graz; Diagnostik- und Forschungsinstitute für Pathologie und Humangenetik/Graz; St. Anna Kinderspital/Wien; CeMM/Wien; CCI Univ.-Klinikum Freiburg).