Psychiatrie

Unser Team arbeitet seit vielen Jahren mit Patientinnen und Patienten mit einer bipolar affektiven Erkrankung und deren Angehörigen.

Schwerpunkte

Bipolare Erkrankungen

Bipolare Störungen oder Erkrankungen werden synonym zu dem Begriff der manisch-depressiven Erkrankung verwendet. Diagnostisch übergeordnet zählen sie zu den affektiven (d.h. auf das Gefühl oder Gemüt bezogenen) Erkrankungen. Entsprechend ist das entscheidende Merkmal in Krankheitsphasen eine krankhafte Veränderung des Gefühllebens und der Stimmung. „Bipolar“ bedeutet, dass die Stimmung zwischen dem Pol der extremen Hochstimmung (Manie) und dem Pol schwermütiger Herabgestimmtheit (Depression) schwankt.

Typische Symptome der Manie sind eine Steigerung und Labilisierung der Gefühle einhergehend mit einer Hochstimmung (Euphorie) oder Missstimmung (Dysphorie), ein beschleunigtes Denken und Reden, ein gesteigertes Selbstbewusstsein, eine motorische Überaktivität und Erregung sowie eine Enthemmung des Verhaltens. Kontrastierend dazu zeigen sich in der Depression eine gedrückte, depressive oder traurige Stimmung, ein vermindertes Selbstbewusstsein sowie eine Hemmung der Gefühle, der Motivation, des Denkens, des Sprechens, des Antriebs und des Verhaltens.

Die Auslenkung der Stimmung kann von leicht bis extrem schwanken. Bei extremen Stimmungsschwankungen kann es sowohl bei der Depression als auch bei der Manie vorkommen, dass die Realität verzerrt wahrgenommen wird und Wahnideen oder Sinnestäuschungen auftreten. Man spricht dann von einem psychotischen Erleben oder einer Psychose.

Bipolare Erkrankungen treten phasisch auf, das heißt akute Krankheitsepisoden unterschiedlicher Dauer wechseln sich in der Regel mit symptomfreien Intervallen ab. Ein entscheidendes Merkmal der Erkrankung ist daher die periodische Wiederkehr der akuten Krankheitsepisoden oder –phasen.

Individuelle ärztliche Behandlung

Wir betreuen Menschen mit einer bipolaren Erkrankung als Ergänzung der Behandlung in der Facharztpraxis. Seit vielen Jahren behandeln wir Menschen mit einer bipolaren Erkrankung, daher besteht ein hohes Fachwissen in diesem Bereich bei unserem Team. 

Wir arbeiten nach den neuesten guidelines, ebenso sehen wir es als Verpflichtung das Wissen im Bereich der bipolaren Erkrankung weiter voranzutreiben und möchten daher Menschen mit einer bipolaren Erkrankung ermuntern auch an den laufenden Studien teilzunehmen. Dies ist natürlich freiwillig! Wir versuchen etwaige Studientermine mit unseren Kontrollterminen in der Spezialambulanz so gut wie möglich zu koordinieren. Nur durch mehr Wissen in diesem Bereich kann die Behandlung der bipolaren Erkrankung auch kontinuierlich besser werden!

Unsere Spezialambulanz ist eine Bestell-Ambulanz, bitte daher um telefonische Terminvereinbarung vorab.

Psychoedukation - Spezialist*in der eigenen Erkrankung

Psychoedukation bildet die Basis der psychologischen Behandlung und soll die Betroffenen über Wissensvermittlung zu ExpertInnen der eigenen Erkrankung machen. Unter Psychoedukation wird eine strukturierte Schulung der*des Patientin*Patienten in Bezug auf ihre*seine Erkrankung verstanden. Die*Der Patientin*Patient soll darin unterstützt werden, ihr*sein Verhalten so zu ändern, dass seine/ihre Gesundheit gefördert und Belastungen eigenverantwortlich bewältigt werden können.

Neben der Informationsvermittlung über die Erkrankung, fördern psychoedukative Maßnahmen die Akzeptanz der Erkrankung und die Motivation zur Veränderung. Im Fokus der Psychoedukation steht die Aufklärung über Behandlungsmethoden und Bewältigungsmöglichkeiten für ein besseres Abwägen zwischen Wirkungen und Nebenwirkungen von Therapien sowie ein frühzeitiges Erkennen erster Symptome zur rechtzeitigen Inanspruchnahme von Unterstützung durch Fachleute. Dadurch können Rückfälle vorgebeugt werden und eine Chronifizierung verhindert werden.

Im Gruppensetting wird dem Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen darüber hinaus eine große Bedeutung beigemessen, der zum Behandlungserfolg zusätzlich beitragen kann. Psychoedukative Ansätze erwiesen sich in Studien als hoch effektiv in der Behandlung der bipolaren Störung, da die Patienten*innen lernen, auf Krankheitszeichen frühzeitig zu reagieren und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu setzen um Rückfälle zu vermeiden.

An der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin in Graz besteht über die Spezialambulanz für bipolare Störungen die Möglichkeit an einem zwölf-wöchigen ambulanten Psychoedukationsprogramm teilzunehmen. Die Sitzungen finden derzeit dienstags von 13.00 – 14.30 Uhr im Gruppenraum im 2. Stock statt (Erstanmeldung bei PDin Mag.a Dr.in Nina Dalkner über nina.dalkner(at)medunigraz.at).

SELBSThilfegruppe

Die Selbsthilfegruppe findet jeden 1. Donnerstag im Monat um 17.30 Uhr im Seminarraum im 1. Stock an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutischer Medizin am LKH-Universitätsklinikum Graz statt.

Das Ziel ist der Austausch zwischen Betroffenen mit bipolar affektiver Erkrankung und die gegenseitige Selbsthilfe in diesem Rahmen.