Campus Med Uni Graz

Wissenschaft braucht Stabilität

Sparen bei Bildung und Forschung ist der falsche Weg

Universitätsmedizin als Gesamtaufgabe

Universitätsmedizin vereint drei eng miteinander verknüpfte Kernaufgaben. Die Versorgung von Patient*innen, die Ausbildung zukünftiger Ärzt*innen sowie Forschung und Innovation. Diese Bereiche können nicht isoliert betrachtet werden und müssen in einer nachhaltigen Finanzierung gleichermaßen berücksichtigt werden.

Chancen durch die Gesundheitsreform

Die Gesundheitsreform eröffnet neue Möglichkeiten. Eine stärkere Primärversorgung und die Bündelung hochspezialisierter Leistungen können Universitätskliniken dabei unterstützen, sich noch stärker auf Spitzenmedizin, Forschung und Lehre zu konzentrieren. Dafür sind jedoch entsprechende personelle, infrastrukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen erforderlich.

Rektorin Andrea Kurz

Optimierung ist notwendig und selbstverständlich. Einsparungen, die zu Qualitätsverlusten in studentischer Ausbildung, Forschung oder Patient*innenversorgung führen, sind es nicht. Gerade an einer Medizinischen Universität haben finanzielle Kürzungen letztlich unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung und damit auf die Gesellschaft.

Rektorin Andrea Kurz

Effizienz mit klaren Grenzen

Die Medizinische Universität Graz arbeitet laufend an der Weiterentwicklung von Strukturen, der Optimierung von Prozessen und dem Ausbau von Kooperationen. Effizienzsteigerungen sind wichtig, haben jedoch Grenzen. Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Einsparungen durch bessere Abläufe und Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit einer Universität beeinträchtigen.

Qualität langfristig sichern

An Medizinischen Universitäten sind viele Mitarbeiter*innen gleichzeitig in der klinischen Versorgung, der Lehre und der Forschung tätig. Personelle Kürzungen wirken sich daher oft auf mehrere Bereiche zugleich aus. Ziel bleibt es, die Qualität in Versorgung, Ausbildung und Forschung langfristig zu sichern und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den verfügbaren Mitteln umzugehen.

Universitätsmedizin braucht nachhaltige Perspektiven

Entscheidend für die künftige Finanzierung der Universitätsmedizin ist nicht die Höhe eines Budgetzuwachses, sondern eine Finanzierung, die Kostenentwicklungen abbildet und Weiterentwicklung ermöglicht. Universitätskliniken übernehmen zentrale Aufgaben in Versorgung, Ausbildung, Forschung und Innovation und gewinnen im Gesundheitssystem weiter an Bedeutung. Finanzielle Einschränkungen würden insbesondere Ausbildung und Forschung langfristig schwächen. Strukturreformen können Effizienz steigern, ersetzen jedoch keine nachhaltige Finanzierung. Langfristig braucht es moderne Strukturen und ausreichende Mittel, um die Universitätsmedizin auf höchstem Niveau zu sichern.

„Die Medizinische Universität ist in der Steiermark kein von der Patient*innenversorgung getrenntes System. Ärzt*innen der Universität behandeln täglich Patient*innen am Universitätsklinikum, bilden den medizinischen Nachwuchs aus und bringen neue Erkenntnisse aus der Forschung in die Versorgung. Wer diese Strukturen schwächt, muss daher wissen: Die Auswirkungen enden nicht im Hochschulbereich, sondern betreffen letztlich die medizinische Versorgung und damit uns alle“, so Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer für Steiermark.