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Ernährung und Psyche im Fokus an der Med Uni Graz

Die Bedeutung der Ernährung für körperliche und psychische Gesundheit gewinnt in der modernen Medizin zunehmend an Relevanz. An der Medizinischen Universität Graz werden neue Initiativen vorangetrieben, die dieses Thema wissenschaftlich fundiert und praxisnah beleuchten – vom Wahlfach Culinary Medicine über das neu erschienene „Brainfood“-Kochbuch bis hin zu einer Erweiterung der ernährungsmedizinischen Lehrinhalte.

 

Culinary Medicine: Ernährungskompetenz trifft Medizin

Wie lassen sich gesundheitsfördernde Gerichte alltagstauglich und genussvoll umsetzen? Im Wahlfach „Culinary Medicine – Ernährungskompetenz trifft Medizin“ erwerben Medizinstudierende zentrale ernährungsmedizinische Fähigkeiten. Die Lehrveranstaltung, die heuer bereits zum zweiten Mal an der Med Uni Graz stattgefunden hat, kombiniert praxisnahes Kochen in der Hofkochschule des Steiermarkhofs mit wissenschaftlich fundiertem Wissen. „Was und wie wir essen, beeinflusst nicht nur unsere körperliche, sondern auch unsere psychische Gesundheit. Mit ‚Culinary Medicine‘ vermitteln wir Studierenden konkrete Kompetenzen, um Patient*innen künftig ganzheitlich und alltagstauglich begleiten zu können“, erklärt Wahlfachleiterin Sonja Lackner vom Lehrstuhl für Immunologie an der Med Uni Graz. Unter Anleitung von Koch und Ernährungstherapeuten Attila Várnagy bereiten Studierende gesunde Gerichte zu, verkosten diese und bewerten sie anhand aktueller medizinischer Leitlinien.

Das Wahlfach basiert auf einem Kooperationsprojekt mit der Georg-August-Universität Göttingen, wo die Entwicklung des Lehrkonzepts wissenschaftlich begleitet wurde. Der nächste Durchgang findet im Sommersemester 2026 statt.

 

Kochbuch: „Brainfood – Ernährung für die Psyche“

Mit dem Kochbuch „Ernährung für die Psyche – Richtig essen für die Seele“ zeigen Sabrina Leal Garcia (ehemals Mörkl), Klinische Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie, Med Uni Graz, und Attila Várnagy, wie Ernährung gezielt zur Verbesserung der psychischen Gesundheit beitragen kann. Das Buch präsentiert 60 alltagstaugliche Rezepte für Menschen mit Depressionen, Angststörungen, Schlafproblemen oder anderen psychischen Belastungen. Die Autor*innen beschreiben, wie Darmgesundheit, Nährstoffvielfalt und Achtsamkeit beim Essen Stress reduzieren, Schlafqualität verbessern und das allgemeine Wohlbefinden fördern können. „Eine Ernährung mit vielen wichtigen Vitalstoffen wie Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Ballaststoffen aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und Vollkornprodukten trägt zu einer normalen Darm- und somit Gehirnfunktion bei. Das führt zu einer besseren Stressbewältigung und Schlafqualität, mehr Energie und Wohlbefinden“, erklärt Sabrina Leal Garcia.

Ein besonderer Service für Studierende, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen der Med Uni Graz: Ausgewählte Brainfood-Rezepte werden derzeit jeden Dienstag und Donnerstag in der Mensa am Standort angeboten. 

 

Ausblick: Lehrbuch Ernährungsmedizin mit Schwerpunkt Psychonutrition

Im Februar 2026 erscheint die neue, sechste Auflage des Standardwerks „Ernährungsmedizin“ im Thieme Verlag. Erstmals enthält das Lehrbuch ein eigenes Kapitel zu Ernährung bei psychischen Erkrankungen sowie Beiträge aus dem Bereich Psychonutrition. Neu in dieser Auflage sind u. a. Kapitel zu krankheitsbedingter Mangelernährung, Ernährungsarmut, Ernährung bei COVID-19, Kostformen in Krankenhaus und Reha und Ernährung als Weltanschauung. Die Buchpräsentation ist für Herbst 2026 geplant.

 

Starke Achse: Ernährung und Psyche an der Med Uni Graz

Mit praxisnahen Lehrangeboten und innovativen Konzepten legt die Med Uni Graz den Fokus verstärkt auf Ernährungs- und Psychonutritionsthemen und verbindet kulinarische Kompetenz mit moderner Medizin zum Nutzen von Studierenden, Patient*innen und der Gesellschaft. Denn trotz der engen Verbindung zwischen Ernährung und Psyche fehlt es häufig an praktischen Ernährungskompetenzen sowohl auf Patient*innen- als auch auf ärztlicher Seite. Im Zentrum stehen eine theoretische Wissensvermittlung rund um die Themen Ernährung und Darm-Gehirn-Achse sowie praktische Fähigkeiten, sodass das Wissen gefestigt, gelebt und weitergegeben werden kann.

 

Steckbrief: Sonja Lackner

Sonja Lackner ist Ernährungswissenschafterin und Pädagogin und als Forscherin und Dozentin am Lehrstuhl für Immunologie, Otto Loewi Forschungszentrum für Gefäßbiologie, Immunologie und Entzündung der Med Uni Graz, tätig, wo sie sich in der Forschungseinheit „Nutrition and Metabolism“ (unter der Leitung von Sandra Holasek) vor allem Konzepten zur Steigerung der Ernährungskompetenz unterschiedlicher Bevölkerungs- und Patient*innengruppen, Stoffwechsel und Darm bzw. dessen Mikrobiom widmet. Hier steht das nutritive Assessment bei Essstörungen, psychischen Erkrankungen, Lebensmittelunverträglichkeiten und Sportler*innen im Fokus.

 

Steckbrief: Sabrina Leal Garcia

Sabrina Leal Garcia ist Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Wissenschafterin und Dozentin an der Med Uni Graz und betreibt eine Wahlarztpraxis. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Verbindung zwischen Darm und Gehirn. In ihrem Spezialgebiet Nutritional Psychiatry widmet sie sich vor allem der Vorbeugung und Behandlung von psychischen Erkrankungen mit Ernährung.

Kontakt

PDin MMag.a Dr.in
Sonja Lackner 
Lehrstuhl für Immunologie
Medizinische Universität Graz
T: +43 316 385 71166

Kontakt

PDin DDr.in
Sabrina Leal Garcia 
Klinische Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie
Medizinische Universität Graz
T: Tel.: +43 316 385 81743