Ausschreibung 2026
Die Medizinische Universität Graz zeichnet in diesem Jahr erstmalig hervorragende Abschlussarbeiten mit dem Intersectional Minds Award aus. Ziel der Auszeichnung ist es, die wissenschaftliche Relevanz einer intersektionalen Perspektive, insbesondere im Kontext von Medizin und Pflege, sichtbar zu machen und zu stärken.
Die GENDER:UNIT vergibt ein jährliches Preisgeld in der Höhe von 3000 Euro, aufzuteilen auf höchstens drei Personen (z.B. 1. Preis 1500, 2. und 3. Preis 750 Euro) für Diplomarbeiten, Masterarbeiten oder Dissertationen aus den Fächern Humanmedizin, Zahnmedizin, Pflegewissenschaft oder Medizinische Wissenschaft, die an der Medizinischen Universität eingereicht wurden.
Was bedeutet Intersektionalität?
Intersektionalität beschreibt das Verschränken und gleichzeitige Wirken von mindestens zwei Differenzkategorien. Dazu zählen beispielsweise Geschlecht, Gender, Alter, Herkunft, Behinderung, sozioökonomischer Status, etc. Das Konzept betont, dass diese Kategorien nicht isoliert wirken, sondern sich gegenseitig beeinflussen und dadurch spezifische Formen von Ungleichheit und Benachteiligung hervorbringen.
Im Kontext von Medizin und Pflege verdeutlicht eine intersektionale Perspektive, dass sich Überschneidungen von Differenzkategorien unmittelbar auf Gesundheit, Krankheitsverläufe und Versorgungszugänge auswirken. So können etwa Alter und sozioökonomischer Status gemeinsam den Zugang zu Gesundheitsleistungen beeinflussen oder Geschlecht und Herkunft die Qualität der Versorgung mitprägen.
Eine intersektionale Perspektive ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge besser zu erkennen und eine differenzierte, bedarfsgerechte Versorgung zu fördern. Zugleich erfordert sie, Kategorien von Diversität reflektiert und sinnvoll heranzuziehen, was auch die kritische Auseinandersetzung mit Literatur oder Studiendesign beinhalten sollte.
Bewerbungsvoraussetzungen
Zur Bewerbung eingeladen sind Studierende, die ihre Abschlussarbeit (Master-, Diplomarbeit oder Dissertation) an der Medizinischen Universität Graz verfasst haben. Die Abschlussarbeit muss im Jahr 2025 oder 2026 fertig gestellt und mit „Sehr gut“ beurteilt worden sein.
Für Bewerber*innen mit Dienstverhältnis zur Medizinischen Universität Graz erfolgt die Auszahlung steuerpflichtig in Form einer Sonderzahlung, dementsprechend verringert sich der Auszahlungsbetrag.
Folgende Kriterien sind zu erfüllen:
- Die Arbeit setzt sich explizit mit der Theorie der Intersektionalität auseinander oder stellt einen klaren Bezug dazu her. Besonders berücksichtigt werden Arbeiten, die mindestens zwei Differenzkategorien in ihrer Analyse berücksichtigen. Arbeiten mit ausschließlichem Fokus auf eine einzelne Kategorie (z. B. ausschließlich biologisches Geschlecht oder Gender) werden im Sinne dieses Kriteriums nur eingeschränkt berücksichtigt.
- Neben den inhaltlichen Fragestellungen wird besonderer Wert auf eine gendersensible Methodik sowie einen reflektierten Umgang mit Gender- und Diversitätsaspekten (z. B. Vermeidung von Gender Bias) gelegt.
Einzureichen sind (via Formularserver):
- Abschlussarbeit
- Abstract
- CV
- Kurze Darstellung wie die das Konzept der Intersektionalität und relevante Differenzkategorien in die Arbeit eingebunden sind
- Kurzes Schreiben des*der Betreuers*Betreuerin (inklusive Bestätigung der Beurteilung)
Die Anträge sind bis spätestens 30.09.2026 via Formularserver einzureichen.