Fokus: Die Forschungsgruppe Translational Tissue Engineering (TTE) am D&F Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Graz widmet sich der Entwicklung patient*innennaher, dreidimensionaler Gewebemodelle. Durch die enge Anbindung an die klinische Pathologie können frische Gewebeproben aus normalem und tumoralen Gewebe unmittelbar verarbeitet und in hochqualitative ex-vivo-Modelle überführt werden. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Etablierung organoider Systeme, die sowohl gesundes als auch neoplastisches Gewebe repräsentieren. Diese Modelle ermöglichen es, die komplexe Architektur und Funktion des menschlichen Gewebes realitätsnah nachzubilden und dienen als Plattform zur Untersuchung von Tumorprogression, Metastasierung und Therapieresistenz. Ziel ist es, durch die Kombination von Tumor- und Normalgewebeorganoiden ein vertieftes Verständnis der Mikroumgebung, Signalwege und Resistenzmechanismen zu gewinnen. Damit schafft das TTE-Team die Grundlage für präklinische Wirkstofftests, innovative Diagnostik und personalisierten Therapieansätze. Darüber hinaus tragen die entwickelten Modelle zu interdisziplinären Kooperationen innerhalb der Medizinischen Universität Graz bei, fördern den Technologietransfer in die Industrie und eröffnen neue Perspektiven für translationale Forschung mit hoher klinischer und gesellschaftlicher Relevanz.
Vernetzung: Das TTE kooperiert eng mit Klinischen Abteilungen der Med Uni Graz sowie mit nationalen und internationalen Partner*innen. Durch Schnittstellen zur pharmazeutischen Industrie und zu Biobanken wird der Wissenstransfer in die klinische Anwendung beschleunigt und die Nutzung innovativer Zell- und Organoidmodelle in Forschung, Diagnostik und Therapieentwicklung ermöglicht.