Neurochirurgie

Im Rahmen innovativer Forschungsprojekte in der Fachdisziplin der Neurochirurgie, beschäftigen sich die Wissenschafter*innen an unserer Universitätsklinik mit herausfordernden wissenschaftlichen Fragestellungen.

 

Wissenschaftlicher Spirit für die Gesundheit

CAMed

Passgenaue Implantate

Implantate werden überall im Körper benötigt, um Verletzungen zu behandeln. Nach Unfällen ist es teilweise notwendig, die Schädeldecke wieder zu verschließen, bei der Behandlung von Lungentumoren müssen eine oder mehrere Rippen entnommen werden und ein Bruch des Oberarms muss mittels Platten wieder verschraubt werden.

Diese Implantate werden derzeit kommerziell von externen Herstellern gefertigt, sind kostenintensiv und nicht patient*innenspezifisch oder passgenau. Die innovativen Technologien des 3D-Drucks können diese Problemstellungen lösen, müssen jedoch zuerst an die hochsensiblen Anforderungen der Humanmedizin angepasst werden.

Das FFG-geförderte COMET K-Projekt CAMed (Clinical Additive Manufacturing for Medical Applications) stellt sich diesen Herausforderungen und hat es sich zum Ziel gesetzt, 3D-Druck für Implantate, Modelle und Werkzeuge zu etablieren und so die Patientenbehandlung signifikant zu verbessern.

Gehirnzellen

Regeneration durch Licht

Meist durch Unfälle verursacht, trifft ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) Menschen jeden Alters immer vollkommen unerwartet. Was in Medizinersprache nüchtern als „Verletzung neuronaler Strukturen im Gehirn aufgrund äußerer Krafteinwirkung“ definiert ist, hat für die Betroffenen dramatische Auswirkungen. Es kann bei schweren Kopfverletzungen zum Tod oder zu einem Wachkoma führen, bei mittelschweren Traumata sind häufig der Verlust der Arbeitsfähigkeit und das Angewiesensein auf Unterstützung im Alltag die Folgen, was gerade für junge Menschen schwer zu verkraften ist.

Das langfristige medizinische Problem der Betroffenen ist der Verlust von synaptischen Verbindungen im Gehirn. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, diese verloren gegangenen synaptischen Verbindungen nach SHT zu ersetzen. Bisherige Ansätze bedienten sich hauptsächlich der elektrischen Stimulation von Nerven, für die jedoch eine umfassende Verkabelung im Gehirn notwendig ist. LOGOS-TBI hingegen nützt lichtaktive Halbleiterstrukturen zur Stimulation, eine gering invasive, leicht zu handhabende Methode, um das Wachstum von Zellfortsätzen anzuregen und so die synaptischen Verbindungen zu regenerieren.

Neurochirurgie

Zielgerichtete Tumorbehandlung (ELPHI)

Glioblastome sind die häufigsten bösartigen Gehirntumore. Sie sind äußerst aggressiv, schwer zu behandeln und eine endgültige Heilung ist derzeit noch nicht möglich. Die Therapie der Wahl ist im Normalfall die Entfernung des Tumors mittels Operation und eine darauffolgende Strahlen- und Chemotherapie, um die Prognose der Patient*innen wenigstens ein kleinwenig zu verbessern.

Das Hochrisiko-Projekt ELPHI beschäftigt sich aus diesem Grund mit einer neuen Methode, um diese aggressiven Gehirntumore zu behandeln. Ziel ist es, Elektrophorese-basierte Pumpen zu entwickeln und zum Einsatz zu bringen, die es ermöglichen, hochwirksame Chemotherapeutika gezielt lokal und direkt in den Tumor abzugeben.

 

Experimentelle Neurotraumatologie - Ansprechpartnerin

Univ.-Prof.in Dr.in
Ute Schäfer  
T: +43 316 385 71631